TV-Kritik: „T. C. Boyle – Rockstar der amerikanischen Literatur“

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 US-Kultautor T.C. Boyle.
US-Kultautor T.C. Boyle. (Foto: dpa)

- Hätte T. C. Boyle die Literatur nicht gehabt – er würde vermutlich nicht mehr leben. Denn der Schriftsteller wurde in einer Alkoholikerfamilie groß, beendete mit Mühe die Highschool, war Hippie und Punk und warf so ziemlich jede Droge ein, die die Chemiellabore hergaben. Irgendwie schaffte es der junge Amerikaner aufs College und entdeckte dort Autoren wie Updike, Ibsen, Sartre und Camus. Er beginnt selbst zu schreiben, wird Lehrer und promoviert. 40 Jahre später gehört T. C. Boyle zu den größten zeitgenössischen Schriftstellern der USA, hat 16 Romane und elf Kurzgeschichten veröffentlicht, die in 24 Sprachen übersetzt worden sind. Mit Sarkasmus, Humor und emotionaler Sozialkritik erforscht der 70-Jährige in seinen Werken die Ängste und Abgründe seiner geliebten Heimat, die ihm den sozialen Aufstieg ermöglicht hat.

Die Filmbiografie von Adrian Stangeli und Isabelle Hinteregger zeichnet den Lebensweg dieses Mannes, der Patriot und Querulant zugleich ist, informativ und unterhaltsam nach. Der bodenständige Autor, der im Sequoia-Nationalpark in der Sierra Nevada sowie nahe Santa Barbara in einem Haus des berühmten Architekten Frank Lloyd Wright lebt, lässt die Zuschauer an seinem Alltag teilhaben – als Schreiber, Tierfreund und Privatmann. Ein Highlight für Literaturfans.

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