TV-Kritik: Neben der Spur – Sag es tut dir leid

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Dr. Jessen (Ulrich Noethen, rechts) spricht mit dem Verdächtigen Andreas Schaller (Sabin Tambrea).
Dr. Jessen (Ulrich Noethen, rechts) spricht mit dem Verdächtigen Andreas Schaller (Sabin Tambrea). (Foto: Marion Von Der Mehden)
Schwäbische Zeitung

Ravensburg - Der Schauspieler Ulrich Noethen in Hochform: Als Psychiater Joe Jessen nimmt er den Zuschauer mit auf eine Reise in seelische Abgründe, wobei er beherrscht und überlegt bleibt – meistens jedenfalls.

Denn als seine heranwachsende Tochter abends nicht nach Hause kommt, packt ihn die Angst, und er bittet schließlich Kommissar Ruiz (Jürgen Maurer) um Mithilfe. Jessens Panik ist verständlich, denn erst wenige Stunden zuvor war ein seit zwei Jahren vermisstes junges Mädchen tot aus der Elbe geborgen worden. Der Auftakt zu diesem Verbrechen ist von Regisseur Thomas Roth in dramatischem Halbdunkel gefilmt, man kann nur ahnen, was passiert. Ein Mädchen auf der Flucht, ein Mädchen im Verlies, ein Haus in Flammen: Nach und nach werden die Puzzleteile zu einem finsteren Bild menschlicher Grausamkeiten zusammengefügt.

Obwohl sich die Autoren Mathias Klaschka und Jürgen Werner Mühe geben, die Suche nach dem Täter durch falsche Fährten zu erschweren, dürften erfahrene Hobbykriminalisten früh einen Verdächtigen ausmachen. Kommissar Ruiz ist dringend auf Jessens Mithilfe angewiesen, denn bei seiner schlichten Veranlagung sieht er nur Vordergründiges. So macht er vorschnell den Psychiatriepatienten Schaller (stark: Sabin Tambrea) als Verdächtigen aus. Ein spannender Krimi, der den Zusatz Psycho verdient.

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