TV-Kritik: „Mittelmeer in Gefahr“

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Erschreckende Wahrheiten
Erschreckende Wahrheiten (Foto: colourbox)
Christine King

Massentourismus, Überfischung, Umweltverschmutzung, Ölförderung und Kreuzfahrten bedrohen das Mittelmeer. 300 Millionen Menschen machen hier jährlich Urlaub, Schätzungen zufolge sollen es 2030 rund 500 Millionen sein. Gleichzeitig nehmen die Küstenbewohner zu, von derzeit 150 Millionen sollen die Zahlen auf 250 Millionen in 20 Jahren steigen. Der 90-minütige erschreckende Dokumentarfilm von Alexis Marrant deckt die Kehrseite des Urlaubsziels auf. Das Binnenmeer, das nur ein Prozent des weltweiten Wassers ausmacht und zehn Prozent der maritimen Artenvielfalt beherbergt, ist ernsthaft in Gefahr, aber keine Organisation kümmert sich um seinen Schutz. Der Kollaps ist vorbestimmt, sagen Wissenschaftler. 27 Millionen Passagiere machen hier Kreuzfahrten, dazu kommen Frachtschiffe, die sich seit dem Ausbau des Suezkanals mehr als verdoppelt haben. Auch die zunehmende Luftverschmutzung und die Förderung von Erdöl werden immer mehr zum Problem. Wenn anstehende Projekte realisiert werden, sind 40 Prozent des Meeresbodens den Ölfirmen ausgeliefert. Der Autor zeigt den anstehenden Kollaps der Küsten in Mittelmeerstaaten wie Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland, aber auch Montenegro, spricht mit Experten und Betroffenen und sucht nach Lösungen, um das beliebte Ferienziel der Europäer zu retten.

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