TV-Kritik: „Jung, blond, tot“

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 Kommissarin Julia Durant (Sandra Borgmann) ermittelt in einer grausigen Mordserie.
Kommissarin Julia Durant (Sandra Borgmann) ermittelt in einer grausigen Mordserie. (Foto: Felix Holland)

Inzwischen ist man ja so einiges gewöhnt, was die Persönlichkeit von Ermittlern angeht. Ob „Tatort“, „Polizeiruf“, „Nachtschicht“ oder „Flemming“ – die Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen – die Traumata, Altlasten und Beziehungskisten der Herren und Frauen Kommissare sind fast immer Thema. Die neue Fallanalystin Julia Durant aber ist selbst für passionierte Krimiseher starker Tobak: Die Frankfurterin wurde jüngst Opfer einer Messerattacke, und war als Kind schon einmal zwölf Minuten lang klinisch tot, weil ihre Mutter Selbstmord beging und die Tochter mit ins Wasser nehmen wollte. Durch diese Nahtoderfahrung hat Julia Durant halluzinatorische Fähigkeiten, was bei Ermittlungen ja durchaus hilfreich sein kann. In ihrem ersten Fall nach dem Angriff geht es um einen Serienmörder, der seine jungen blonden Opfer schrecklich zurichtet und ihnen Teile des Gesichts entfernt. Sandra Borgmann spielt diese gebrochene Polizistin sehr ausdrucksstark; ihre außergewöhnliche Mimik tut ein Übriges. Ihr Gegenspieler im schicken Dezernat im Hochhaus über den Dächern der Stadt ist ihr Zwangspartner Markus Schulz (Guido Broscheit), der sie lieber heute wie morgen beerben würde. Regisseurin Maria von Heland und Kameramann Cristian Pirjol setzen die Bilder nach einer Buchvorlage von Andreas Franz gekonnt in Szene.

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