TV-Kritik: „Der Lissabon-Krimi – Der Tote in der Brandung“

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Immer ein wenig traurig: Anwalt Eduardo Silva (Jürgen Tarrach) und seine neue Assistentin Marcia Amaya (Vidina Popov) in Lissab
Immer ein wenig traurig: Anwalt Eduardo Silva (Jürgen Tarrach) und seine neue Assistentin Marcia Amaya (Vidina Popov) in Lissabon. (Foto: dpa)
Schwäbische Zeitung
Christine King

Nach Barcelona jetzt also Lissabon. Es ist der erste Krimi der Regisseurin Sibylle Tafel, die bisher vor allem Komödien gemacht hat. Um es vorwegzunehmen: Spannend ist er nicht, sehenswert schon. Das liegt am Drehort, denn Lissabon spielt hier die Hauptrolle. Der erfahrene Kameramann Klaus Merkel taucht die Stadt vornehmlich nachts in ein schönes Licht. Schön ist auch die Stimmung, die so gut zum Saudade passt. Kummer und Seelenleid dieser Musik sind beim Anwalt da Silva zu spüren. Gespielt wird er von Jürgen Tarrach, der auch in anderen Rollen immer ein bisschen deplatziert und traurig wirkt. Als da Silva lebt er in einer Pension, wo er einen Schicksalsschlag verarbeitet.

Gut, dass die lebhafte, Roma-stämmige Assistentin Marcia auftaucht, gegen die er sich zunächst hartnäckig wehrt. Sie wird wegen ihrer Herkunft stark diskriminiert, was in Portugal tatsächlich ein großes Thema ist. Das ungleiche Duo (vor allem die junge Wienerin Vidina Popov als Marcia ist ein Glücksfall) findet langsam zusammen. Was den schwunglosen Fall ausgleicht, in dem eine Witwe verteidigt werden soll, die des Gattenmords beschuldigt wird. In Wahrheit geht es jedoch um den Handel mit gestohlenen Medikamenten. Und die Mafia mischt auch mit. Biedere Krimikost vor traumhaft-trauriger Kulisse.

Der Lissabon-Krimi: Der Tote in der Brandung (ARD, Mittwoch, 20.15 Uhr)

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