TV-Kritik: Das Geschäft mit dem Blut

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Blutige Ausbeutung
Blutige Ausbeutung (Foto: colourbox)

„Blut spenden und Leben retten“. Mit diesem Slogan wird erfolgreich um Spender geworben. Doch was letztlich mit ihrem Blut geschieht, davon haben sie meist keine Ahnung. Zu Beginn der Dokumentation beobachtet die Kamera einen Schweizer Bürger, der im Spital Blut spendet – mit der Vorstellung, kranke oder verunglückte Personen damit zu retten. Das kann schon sein, aber dass der Handel mit Blutplasma ein Millionengeschäft ist, wissen die meisten Spender vermutlich auch nicht.

Blutplasma wird vor allem zur Herstellung von Medikamenten gebraucht. Am Beispiel des Schweizer Pharmaunternehmens Octapharm erklärt die Dokumentation zum einen sehr anschaulich, wie Schwerkranken mit den aus Plasma entwickelten Medikamenten ein fast normales Leben ermöglicht wird. Zum anderen aber ist das Unternehmen – swie viele internationale Konzerne – auch bereit, Menschen im Ausland für die Gewinnung des begehrten Rohstoffes auszubeuten. Wer an Afrika denkt, irrt allerdings. Das Geschäft blüht in Amerika. Für 20 Dollar lassen sich dort die Ärmsten der Armen Blut abzapfen. Zweimal in der Woche, Monat für Monat, weil dieses Geld oft ihre einzige Einnahmequelle ist. Das Rechercheteam hat dazu in Cleveland verstörende Bilder und ernüchternde Kommentare der Patienten aufgezeichnet. Doch von der Geschäftsleitung stand niemand Rede und Antwort.

Das Geschäft mit dem Blut (Arte, Di., 20.15 Uhr)

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