TV-Kritik: „37°: Der Geschmack des Lebens“

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Hilfe auf dem letzten Weg
Hilfe auf dem letzten Weg (Foto: colourbox)

- Einen Einblick in die Pflege und Begleitung Schwerstkranker bietet diese Reportage von Jana Matthes und Andrea Schramm. Ein halbes Jahr lang haben sie immer wieder das stationäre Hospiz Kafarnaum bei Baden-Baden besucht und miterlebt, wie dort die Menschen in den letzten Tagen und Wochen ihres Lebens getröstet und gepflegt werden. Einen ganz wichtigen Beitrag dazu liefert Köchin Christiane Stangier. Sie erfüllt individuelle Speisewünsche, denn sie weiß, wie wichtig gerade in diesen letzten Tagen für die Menschen das Essen ist. Eduard Noether, der 89-jährige Krebspatient, bestellt Spargelspitzen mit Sauce hollandaise und kleinen Kartöffelchen. Als ihm die Köchin das Essen fein angerichtet serviert, geht für den Gast die Sonne auf. Pflegerin Filomena Strolz arbeitet gerne im Kafarnaum, wenngleich sie lernen musste, nach Feierabend Abstand zu gewinnen. Fast wöchentlich gilt es, Abschied zu nehmen. „Sterben gehört zum Leben“ sagt sie, nimmt aber gerne die professionelle psychologische Begleitung in Anspruch. Bea Hammer schließlich hilft ehrenamtlich mit und wird nicht zuletzt auch als Fußpflegerin geschätzt. Der Film porträtiert drei Frauen, die eine seelisch sehr belastende Arbeit mutig und mit Herzenswärme leisten. Interessant wäre allerdings noch die profane Frage gewesen, wie sich die Einrichtung finanziert.

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