Thomas Godoj: „Das ist der Traum“

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Schwäbische Zeitung

Barbara Braig hat sich vor dem Konzert in München mit Thomas Godoj getroffen, um über die Tour und die Zukunftspläne der Gruppe zu sprechen. Mit von der Partie waren die beiden Gitarristen Sebastian Netz und René Lipps, Schlagzeuger Torsten Bugiel und Didgeridoospieler Tom Fronza.

Ihr steckt gerade mittendrin in der Tour - wie gefällt es Euch denn? Wie läuft es?

Thomas Godoj: Das kann man eigentlich gar nicht beschreiben. Das ist unglaublich! Schon der Tourauftakt in Recklinghausen, das war Wahnsinn.

Sebastian Netz: Recklinghausen war ein Heimspiel, da haben wir einen Extra-Schub Energie bekommen. Bei anderen Städten heißt es dann wieder abwarten, ob das Programm ankommt, das wir so einstudiert haben, und bis jetzt war es immer gut.

Ist es sehr anstrengend jetzt? Ihr habt ja schon ein Monsterprogramm?

René Lipps: Wir hatten uns ja vorgenommen, die Städte anzuschauen, Songs zu schreiben und sowas. Wir machen auch die einen oder anderen Sachen, aber wir brauchen mehr Ruhe als wir gedacht haben.

Das heißt für Euch: Abends Konzert, anschließend eine Autogrammstunde und dann...

Torsten Bugiel: ... ab ins Bett.

Thomas: Ich muss auch noch ein großes Lob an die gesamte Crew aussprechen. Das ist unglaublich, wie schnell die das alles aufbauen und wieder abbauen; das geht wie beim Reifenwechsel in der Formel 1. Sie sind die ersten, die da sind, und die letzten, die gehen.

Auf der Setlist der Tour stehen auch Titel von Euren alten Bands „Wink“ und „Bonk“. Wie kam es dazu?

Sebastian: Tja, die rocken einfach! Thomas: Wir wollten natürlich auch ein längeres Programm haben. Das Debütalbum geht ja, glaube ich, nur ungefähr 50 Minuten. Es sind auch ein paar Coversongs dabei.

Torsten: Es ist halt auch interessanter für das Publikum, wenn man nicht einfach nur die Platte runterspielt, sondern auch noch ein paar Überraschungen hat.

Wie sieht der aktuelle Krankenstand aus? So zwischendurch war es ja ziemlich ruppig, grade bei Euch beiden, Thomas und René?

Thomas: Deshalb sage ich kein Konzert ab. Solange ich nicht im Krankenhaus liege oder auf allen Vieren kriechen muss, sehe ich da keinen Grund, auch wenn die Stimme angegriffen ist, denn ich fühle mich körperlich fit. Wir sind natürlich viel aufgetreten, aber da muss sich die Stimme halt auch dran gewöhnen.

Torsten: Aber das ist Rock'n'Roll, eine etwas kratzige Stimme, oder? Ich glaube, die Leute sehen das auch so.

Das bringt mich jetzt zur nächsten Frage: Ihr seid erkältet, und dann ziehst Du Dich auf der Bühne aus?

Thomas: Wenn mir warm ist... An dem Tag in Berlin hatte ich ein T-Shirt an, das mega-eng war, dann war das auf einmal nassgeschwitzt, und ich hab gedacht, ich muss raus aus dem Ding. Normalerweise habe ich immer noch ein Unterhemd drunter, aber an dem Tag halt nicht.

Was kommt jetzt als nächstes? Stage Diving? Was muss das Publikum tun, damit der Künstler springt?

Torsten: Erstmal die Barriere überwinden und an der Security vorbeikommen. Inzwischen ist das ja schon eine größere Herausforderung geworden. René: Du kannst aber auch Anlauf nehmen von der Bühne und hoffen, dass Du den Graben überwindest.

Dann hebt Ihr Euch das fürs letzte Konzert der Tour auf, falls etwas daneben geht?

Sebastian: Dann springen wir alle gleichzeitig.

Torsten: Mit Instrumenten.

René: Und hoffen auf die Damen, dass sie uns auffangen. (Anm. d. Red.: Beim Nürnberg-Konzert am nächsten Tag gab Thomas seine erste Stage-Diving-Einlage)

Ihr seid ja praktisch den ganzen Monat auf Tour. Muss die Partnerin eines Musikers aus einem besonderen Holz geschnitzt sein?

Thomas und René unisono: Auf jeden Fall!

René: Ich glaube, die Frau hätte eher ein Problem damit, wenn man sich nicht selbst verwirklicht und dadurch unglücklich wird.

Thomas: Ich glaube, eine Frau kann man nur dann glücklich machen, wenn man selbst als Mann zufrieden ist, oder?

Thomas, Du hast Dein Management gewechselt?

Thomas: Ja, mein neues Management ist „Musikwirtschaft“. (Anm. d. Red.: Firma von Andreas "Bär" Läsker, dem Manager der "Fantastischen Vier", Stuttgart)

Jetzt sitzt Ihr hier so als Band. Eure Fans haben ja schon lange angefangen, Euch als „GODOJ“ zu bezeichnen. Produziert Ihr vielleicht irgendwann ein Album, das diesen Namen trägt?

Torsten: Die Frage ist uns vor kurzem von ein paar Fans gestellt worden, aber das macht keinen Sinn. Bon Jovi heißen ja auch Bon Jovi, aber man denkt sofort an die Band und nicht an John Bon Jovi. Man müsste die ganze Promotion-Maschinerie wieder neu aufziehen. Das ist fast schon unsinnig rausgeschmissenes Geld.

Tom, Du spielst Didgeridoo – ist das ein Eigenbau?

Tom: Nein, das sind schwäbische Didgeridoos, aber die sind nach meinen Vorstellungen gebaut worden.

Bist Du ein festes Mitglied der Gruppe, oder ist das jetzt nur mal ein Experiment für die Tour?

Tom: Ich sehe das momentan als Gastmusiker-Status, auch deswegen, weil ich nur partiell eingebunden bin in das Set.

Thomas: Ich finde dieses Instrument einfach hammermäßig! Das verfeinert so das Ganze, finde ich. Es war schon immer mein Traum, mit einem Didgespieler zusammenzuarbeiten, und jetzt konnte ich mir das halt erfüllen.

Sebastian: Ich spiele selber ein bisschen Didge; ich bin ein Fan des Instruments, und deshalb war es umso positiver, dass es so gut aufgenommen wurde.

Wie gefällt Euch Eure Vorgruppe, Luxuslärm?

Thomas: Die sind hammergut. Aber es gibt mehrere gute Bands, und die kriegen einfach nicht die Chance.

Sebastian: Wir hatten das früher ja auch versucht. Wir alle. Und zu Luxuslärm würde ich sagen: Besser geht nicht!

Kommt bei Fortsetzung der Tour im Februar vielleicht was Neues dazu?

Sebastian: Wir haben ja nicht wirklich viel Zeit. Weihnachten verbringt man mit seiner Familie, und Januar müssen wir auch mal ein bisschen auszuspannen. René: Thomas wird auch Vater im Januar. Das ist ein „Big Job“!

Tom: Man kann einen Künstler auch nicht so auspressen. Ich höre jetzt häufiger, dass Künstler auch mal sagen: Hey, gebt mir einfach mal ein bisschen Zeit, ich kann nicht wie so ein Computer ständig neue Sachen machen.

Thomas: Das geht schon, ja, wenn Du halt mehrere Komponisten hast, und die checken Dir die Songs. Dann legen sie die Dir vor die Nase und sagen „sing“. Dann kannst Du auch drei Alben im Jahr rausbringen, aber das ist totaler Humbug für uns!

Alle: Nee, das ist nicht authentisch!

Was kommt nach der Tour? Erstmal relaxen?

Thomas: Ja, man muss auch einmal Luft holen. Wir sind ja keine Maschinen. Und wir sind dran, es uns zu erarbeiten, dass wir dann wirklich alle von der Musik leben können.

René: Das ist der Traum.

Hier gibt's die Tickets für die Tour

Videos von Thomas Godoj:

Autopilot (neue Download-Single)

Helden gesucht (zweite Single-Auskopplung)

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