The National setzen auf das Konzept „Album“

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Der Sound der amerikanischen Indierock-Band The National ist nichts für Menschen, die ein Problem mit todtrauriger Musik haben.
Der Sound der amerikanischen Indierock-Band The National ist nichts für Menschen, die ein Problem mit todtrauriger Musik haben. (Foto: pr)

Wie Medikamente auch, so sollten Platten von The National mit einem Beipackzettel ausgeliefert werden. Denn der Sound der amerikanischen Indierockband ist nichts für Menschen, die ein Problem mit todtrauriger Musik haben. Daran ändert sich auf dem siebten Studioalbum „Sleep Well Beast“ nichts, auch wenn neue Facetten hörbar sind.

Den Songs ist anzumerken, dass Bariton-Hypnotiseur Matt Berninger und die Brüderpaare Aaron und Bryce Dessner (beide Gitarre) sowie Scott (Drums) und Bryan Devendorf (Bass) ihre Musik nicht als Download-Ware sehen, sondern das Konzept der Langspielplatte hochhalten: Der Einstieg mit „Nobody Else Will Be There“ ist betont behutsam gewählt und so wirkt der darauffolgende Hit-Kandidat noch intensiver: „Day I Die“ wird live fantastisch ziehen und überrascht mit einem bitteren Text, der eine Beziehung am Ende beschreibt. Mit „The System Dreams In Total Darkness“ wagt die Band sogar ein Gitarrensolo, was sonst im unprätentiösen Indierock eher verpönt ist. Das ungestüme „Turtleneck“ und das komplexe Titelstück am Ende sind nicht die einzigen weiteren Glanzlichter dieses extrem starken Albums. Der Platz in den Bestenlisten des Jahres ist da programmiert.

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