Tatort-Kritik zu „Der Mörder in mir“: Menschliche Abgründe

Thorsten Lannert (Richy Müller, rechts) und Sebastian Bootz (Felix Klare) müssen einen Fall von Fahrerflucht mit Todesfolge aufk
Thorsten Lannert (Richy Müller, rechts) und Sebastian Bootz (Felix Klare) müssen einen Fall von Fahrerflucht mit Todesfolge aufklären. (Foto: Linder/SWR/ARD/dpa)
Redakteurin

Tatort: „Der Mörder in mir“ (ARD, Sonntag, 20.15 Uhr) - Das ist der Alptraum für jeden Autofahrer schlechthin: Ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit – und schon knallt es. In diesem neuen Fall aus Stuttgart sitzt der so erfolgreiche wie gestresste Jurist Ben Dellin (Nicholas Reinke) am Steuer seines Nobelautos.

„Der Mörder in mir“ seziert minutiös moralisches Fehlverhalten

Es regnet, die Sicht ist schlecht, er telefoniert – und dann erwischt er auf der Solitude-Strecke einen Radfahrer. Dellin hält an, schaut sich um, findet die Mütze des Verunglückten an seiner Heckscheibe, sieht das Opfer – und fährt weiter. Der Verunglückte erliegt erst nach mehreren Stunden im Straßengraben seinen Verletzungen. Hätte Dellin den Notarzt gerufen, wäre der Mann noch am Leben, wie Gerichtsmediziner Vogt (Jürgen Hartmann) noch an der Unfallstelle diagnostiziert.

Autor und Regisseur Niki Stein seziert in diesem Krimi minutiös die Folgen eines krassen Fehlverhaltens. Die beiden Kommissare wiederum debattieren über den Sinn von Strafverfolgung, und der Täter lädt durch sein Leugnen und seine Versuche, alle Spuren zu verwischen, immer mehr Schuld auf sich. Spannend wird es vor allem, als die Mitarbeiterin (Tatiana Nekrasov) einer Waschstraße in seinen Fokus gerät, da sie in seinem Auto die Mütze des Opfers findet und Rückschlüsse auf Tat und Täter ziehen kann.

Es ist ein eher ruhiger Krimi, der auf kluge Dialoge setzt und immer wieder in menschliche Abgründe blicken lässt, die sich durch egoistisches Handeln auftun. Immerhin gibt es aber auch ein paar private Takte zwischen den Kommissaren Thorsten Lannert ( Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare), und Lannert darf seinem alten Porsche auf der Solitude-Strecke mal richtig die Sporen geben. Trotz Blitzer. Ist ja im Einsatz!

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