„Tatort“-Kritik: „Wiener Blut“

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Eisner (Harald Krassnitzer) und Fellner (Adele Neuhauser) am Fundort der ersten Leiche (Faris Rahoma).
Eisner (Harald Krassnitzer) und Fellner (Adele Neuhauser) am Fundort der ersten Leiche (Faris Rahoma). (Foto: ARD/dpa)

Nein, meine Herrschaften, diese Grantler vom österreichischen Bundeskriminalamt könnten nicht genauso gut an einem anderen „Tatort“ ermitteln. Sie sind echte Wiener, das hört man, das spürt man, das verstehen nicht alle. Wenn der Chef fragt: „Braucht’s ihr mehr Leute?“, murrt der Krassnitzer als Oberstleutnant Eisner nur: „Mehr Leute sind mir zuwider!“ Ein sympathischer Querkopf („Man kann ned immer fröhlich sein“) ist er, und hat mit Adele Neuhauser als Majorin Bibi Fellner eine markante Kollegin an seiner Seite. Die Bibi strebt nach einer Führungsposition, sie will’s den Kerlen zeigen. Aber erst mal muss sie mit dem Eisner einen Mörder finden, der keine Spuren hinterlässt, weil er im Schutzanzug der Spurensicherung arbeitet.

Einen Mann nagelt er an die Wand, einen hängt er in die öffentliche Toilette, eine Frau spannt er als schaurige Gallionsfigur an ein Boot. Sieht aus, als handele es sich um einen perversen Serienkiller. Aber das Team Eisner/Fellner findet heraus, dass die Opfer etwas gemeinsam haben: falsche Identitäten sowie eine Vergangenheit als Beteiligte an osteuropäischen Revolten. Eine glaubhafte Theorie besagt, dass die CIA an den Aufständen in Serbien, Georgien und der Ukraine beteiligt war. Sehr spannend ist die Verbindung vom Wiener Vorstadt-Grusel zur internationalen Verschwörung. Und die Bibi, die bleibt uns zum Glück erhalten.

Tatort: Die Faust (So., ARD, 20.15 Uhr)

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