„Tatort“-Kritik: Vom Himmel hoch

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 Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter) ermitteln in Ludwigshafen.
Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter) ermitteln in Ludwigshafen. (Foto: Sabine Hackenberg)

Diesmal werden die Ludwigshafener Kommissarinnen Odenthal (Ulrike Folkerts) und Stern (Lisa Bitter) mit posttraumatischen Belastungsstörungen konfrontiert. Ein konfuser Fall. Viel Gewalt, wenig Klarheit.

Eine Überforderung

Mit Weihnachten hat dieser „Tatort“ aus Ludwigshafen nichts zu tun. Hier wollte mal wieder jemand ganz viel hineinpacken und überfordert sich selbst und die Zuschauer. Denn die Handlungsstränge lassen sich nicht problemlos verfolgen. Ganz im Gegenteil. Was nach fein verwobenem Konstrukt aussehen will, das sich am Ende logisch und wie von selbst auflösen soll, ist eher ein wirres Knäuel, das mit Gewalt aufgelöst wird. Dafür verantwortlich ist Regisseur Tom Bohn, der bereits zum fünftenmal mit Lena Odenthal gedreht hat. Dieser „Tatort“ ist übrigens ihr 68. Fall.

Zickenkrieg ist beendet

Zum Inhalt: Ein ermordeter Psychiater stellt Odenthal (Ulrike Folkerts) und Kollegin Stern (Lisa Bitter) vor Rätsel. Schnell wird klar, dass sich unter den Patienten des Experten für Kriegstraumata sowohl Opfer als auch Täter befinden. Darunter ein Kurde, der bei einem amerikanischen Drohnenangriff zwei Kinder verloren hat, und eine Soldatin der US-Streitkräfte, die mithilfe von Drohnen für den Tod vieler Menschen verantwortlich ist.

Keine schlechte Idee: Moderne Kriegsführung nicht nur in fernen Ländern, sondern auch in Ludwigshafen stattfinden zu lassen. Aber große Politik und persönliche Rachsucht wollen hier inhaltlich nicht recht zusammenpassen. Immerhin haben Stern und Odenthal endlich ihren Zickenkrieg begraben.

Tatort – Vom Himmel hoch (ARD, Sonntag, 20.15 Uhr)

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