„Tatort“-Kritik: „Tschiller – Off Duty“

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Nick Tschiller (Til Schweiger) über den Dächern von Istanbul.
Nick Tschiller (Til Schweiger) über den Dächern von Istanbul. (Foto: Nik Konietzy/ARD/dpa)

Ravensburg (kawa) - Til Schweiger war sauer – wie so oft, diesmal auf seinen Haussender NDR. Denn der hat die Fernsehpremiere für Schweigers Kino-„Tatort“ in die Sommerpause gelegt. Keine guten Voraussetzungen für einen Film, den schon 2016 im Kino kaum einer sehen wollte. Dabei ist die Rechnung ganz einfach: Wer Til Schweiger in den letzten vier Krimis als Nick Tschiller sehen wollte, wird auch diesen „Tatort“ goutieren.

Regisseur Christian Alvart legt für die große Leinwand noch eine Schippe drauf. Ohne Rücksicht auf die Gesetze der Schwerkraft hechtet Schweiger in Istanbul von einem Hausdach zum nächsten, düst in Moskau gar mit einem Mähdrescher auf den Roten Platz. Action-Fans werden hier bestens bedient. Allein die Geschichte, die sich in dem Fall über „Tatort“-unübliche 140 Minuten erstreckt, lässt sich in zwei Sätzen zusammenfassen: Lenny Tschiller (Luna Schweiger) will in Istanbul den Tod ihrer Mutter rächen, wird entführt und nach Moskau verschleppt. Vater Tschiller will seine Tochter retten, vor Organhändlern, Zuhältern und sonstigen Bösewichten. Nun wurden die Actionszenen im Schweiger-„Tatort“ noch nie mit viel Inhalt belastet. Doch diesmal sucht man ihn ganz und gar vergebens. Der einzige Lichtblick ist Fahri Yardim, der als Kollege Yalcin Gümer dieses hirnlose Muskelspiel mit einem fast entschuldigendem Augenzwinkern ironisch kommentiert.

Tatort: Tschiller - Off Duty (So. ARD, 20.15 Uhr)

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