„Tatort“-Kritik: Spieglein, Spieglein – Das Erfolgsduo aus Münster ermittelt

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 Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl, rechts) und Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) sind ihren Doppelgängern auf der
Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl, rechts) und Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) sind ihren Doppelgängern auf der Spur. (Foto: dpa)

Thiel und Boerne aus Münster bleiben sich treu. Mehr als das: Sie treiben den Klamauk auf die Spitze. Pfiffig ist die Grundidee. Ein Serienmörder, der mit dem Ermittler-Team wohl ein Hühnchen zu rupfen hat, sucht seine Opfer einzig nach äußerlichen Gesichtspunkten aus. So sieht gleich die erste Leiche, die hinter dem Dom gefunden wird, aus wie die ruppige Staatsanwältin Wilhelmine Klemm (Mechthild Großmann). Als am nächsten Tag eine kleinwüchsige Eisverkäuferin dran glauben muss, hyperventiliert Boernes ebenfalls klein gewachsene Assistentin Alberich (ChrisTine Urspruch).

Mit einem einigermaßen realistischen Kriminalfall hat dieser „Tatort“ aus Münster mal wieder wenig zu tun. Fünf Doppelgänger im überschaubaren Münster finden, die den Beamten des Dezernats wie ein Ei dem anderen gleichen? Nun ja.

Aber Realismus erwarten die Fans von Axel Prahl und Jan Josef Liefers auch gar nicht. Die beiden bieten mit ihren verbalen Scharmützeln einen witzigen Gegenentwurf zu den düsteren „Tatort“-Szenarien, die mit ihrer Mädchenhandel-Drogendealer-Flüchtlings-Tristesse die Zuschauer meist beelenden. Doch diesmal wird der Bogen definitiv überspannt. Auch Klamauk muss mit einer gewissen Ernsthaftigkeit dargeboten werden, sonst verkommt er zur bloßen Albernheit – wie hier über weite Strecken geschehen.

Tatort: Spieglein, Spieglein (So., ARD, 20.15 Uhr)

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