Tatort-Kritik: „Risiken mit Nebenwirkungen“ ist eine bittere Arznei

  Zeugin Klara Canetti (Anouk Petri) kollabiert neben Kommissarin Grandjean (Anna Pieri Zürcher).
Zeugin Klara Canetti (Anouk Petri) kollabiert neben Kommissarin Grandjean (Anna Pieri Zürcher). (Foto: dpa)
Redakteurin

Verborgen bleiben die reizenden Gassen von Zürich. Man sieht die Kuben der Moderne im Wohlstandsland Schweiz. Mitten darin: ein dunkel glänzendes Hochhaus, Palast eines Pharma-Konzerns, der ein Mittel gegen eine seltene Nervenerkrankung auf den Markt bringen will. Gigantische Gewinne werden erwartet. Wenn da nicht ein krankes Mädchen wäre, dem es nach einer Behandlung schlechter geht als zuvor …

Der Zürich-Tatort „Risiken mit Nebenwirkungen“ birgt keine Überraschungen

Eine Anwältin des Konzerns, die das Kind skrupellos unter Druck gesetzt hat, treibt tot im Züri-See, vergiftet mit einer Überdosis Insulin. Wie sich herausstellt, hatte die Karrierefrau doch ein Gewissen, wollte ein kritisches Gutachten veröffentlichen und wurde zum Schweigen gebracht.

Nun sind Geschichten von der gierigen Pharma-Branche und ihren teuflischen Beratern nicht gerade neu. Auch wurden die eiskalten Milieus von Luxusbüros schon oft den bescheidenen Verhältnissen tapferer Alltagshelden gegenübergestellt. Der Krimi unter der Regie von Christine Repond birgt also keine Überraschungen.

Ein Routine-Fall aus der Schweizer Tatort-Serie, wie immer etwas steif in der aufgesetzten hochdeutschen Version. Dabei sollen die Kommissarinnen lockerer wirken. Tessa Ott (Carol Schuler), die auch bei miesem Wetter mit dem Velo fährt, hat ein paar krasse Sprüche parat („Folge dem Geld oder dem Sperma!“), und die kühle blonde Madame Grandjean (Anna Piero Zuercher) zeigt sich völlig unvermittelt als geübte Rapperin. Seltsam.

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