„Tatort“-Kritik: „Im toten Winkel“

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Hauptkommissarin Lürsen (Sabine Postel) befragt Horst Claasen (Dieter Schaad), der seine pflegebedürftige Frau getötet hat.
Hauptkommissarin Lürsen (Sabine Postel) befragt Horst Claasen (Dieter Schaad), der seine pflegebedürftige Frau getötet hat. (Foto: dpa/ARD)
Schwäbische Zeitung

Der Rentner Horst Claasen (Dieter Schaad) tötet seine demenzkranke Frau und versucht anschließend erfolglos, sich selbst das Leben zu nehmen. Der Fall ruft das Bremer Ermittlerteam Inga Lürsen (Sabine Postel) und Kommissar Stedefreund (Oliver Mommsen) auf den Plan. Die Frage, warum der Rentner seine Frau erstickt hat, die er jahrelang so fürsorglich gepflegt hatte, wird für die Kommissare Mittelpunkt der Ermittlungen. Bei der Suche nach dem Motiv stoßen die Ermittler immer weiter in den Alltag pflegebedürftiger Menschen vor. Konfrontiert mit der psychischen und finanziellen Belastung der Angehörigen müssen selbst die hartgesottenen Ermittler das eine oder andere mal tief Luft holen, um den professionellen Abstand zu wahren.

Als dann der Gutachter des medizinischen Dienstes (Peter Heinrich Brix) tot aufgefunden wird, kommen Lürsen und Stedefreund nach und nach einem großangelegten Pflegebetrug auf die Spur. Dieser erinnert in der Tat an reale Fälle, die in Deutschland für Schlagzeilen gesorgt haben. „Im toten Winkel“ ist ein grundsolider „Tatort“. Er bietet, was man von einem Krimi erwartet: spannende Unterhaltung und ganz nebenbei Denkanstöße zu gesellschaftlichen Problemen – auch wenn, oder gerade weil, die zum Teil drastischen Bilder an der Komfortzone des Zuschauers kratzen.

Tatort: Im toten Winkel (So., ARD, 20.15 Uhr)

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