Siedlung und Grabanlagen im Süßen See bei Halle entdeckt

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Archäologischer Fund
Projektleiter Sven Thomas zeigt einen sogenannten Beutelbecher. (Foto: Hendrik Schmidt / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Im Süßen See bei Halle haben Archäologen eine Siedlung mit zwei Grabanlagen entdeckt. Die Zeitbestimmung läuft noch, vermutet wird aber, dass die Überreste aus der Bronze- oder Eisenzeit stammen und möglicherweise rund 3000 Jahre alt sind.

„Jetzt werden mit einem Tauchroboter und Unterwasserkameras die Strukturen auf rund 500 Quadratmetern aufgezeichnet“, sagte der Projektleiter für Unterwasserarchäologie beim Landesmuseum Halle, Sven Thomas. Dabei wird auch ein sogenanntes 3D-Sonar eingesetzt, das auf einem Katamaran montiert wurde. Ebenso kommen Taucher zu Einsatz.

Auf den Fotos deutlich zu sehen sind die Steine der Grabanlagen, dazu gehört auch ein Wächterstein. Sie befinden sich heute mitten im See. „Wir lassen zunächst die Befunde auf dem Seegrund, dort sind sie geschützt“, sagte Sven Thomas. Nur ein sogenannter Beutelbecher aus Keramik, aus dem 14. Jahrhundert, wurde geborgen.

Auf dem Seegrund konnten auch zwei hölzerne Wegeanlagen - 60 und 400 Meter lang - lokalisiert werden, außerdem ein Schiffsfriedhof sowie Tierknochen. „Die Gegend war seit der Bronzezeit besiedelt und der See muss einst fast völlig ausgetrocknet gewesen sein“, sagte Thomas.

Der 250 Hektar große Süße See liegt etwa 20 Kilometer westlich von Halle. Die maximale Tiefe beträgt acht Meter. Der Seegrund wird von Meter-dicken Sedimenten bedeckt.

Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt - Landesmuseum für Vorgeschichte

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