Sarah Sprinz nimmt Leser mit vom Bodensee nach Schottland

 Cover: „In unserem Universum sind wir unendlich“.
Cover: „In unserem Universum sind wir unendlich“. (Foto: Thienemann-Esslinger)

Emil wird sterben. Das ist wohl jedem klar, der „In unserem Universum sind wir unendlich“ von Sarah Sprinz aufschlägt, schließlich steht es bereits im Klappentext des Buches. Trotzdem schafft es das neue Jugendbuch der Tettnanger Autorin seine Leser in den Bann zu schlagen und mitzunehmen auf eine gefühlvolle Reise, von Süddeutschland bis in den Norden der britischen Insel, nach Schottland.

„In unserem Universum sind wir unendlich“ ist nicht nur für Jugendliche interessant

Der Roman, der bei Weitem nicht nur für Jugendliche interessant ist, erzählt die stürmische Liebesgeschichte von Ansel und Emil, die sich in einem Krankenhaus unweit des Bodensees kennenlernen.

Ansel macht dort ein Pflegepraktikum, begeistert, aber notgedrungen, nachdem er im ersten Anlauf keinen Studienplatz für seinen Wunsch-Studiengang Medizin erhalten hat. Emil ist Patient dort, denn Emil hat Krebs. Zwischen den beiden entwickelt sich eine, vielleicht überstürzte, aber dennoch tiefgehende Beziehung. Denn sie wissen nie, wie viel Zeit sie tatsächlich gemeinsam haben werden.

Die 26-jährige Autorin Sarah Sprinz ist in Friedrichshafen aufgewachsen und hat selbst Medizin studiert. Im Buch stecken merkbar viele ihrer eigenen Erfahrungen und gerade in den Beschreibungen des Bodensees schwingt viel Heimatliebe mit. Den Moment nach dem Abitur, die Angst vor der großen weiten Welt und die Aufregung, endlich in sie hineinzudürfen, hat sie in Ansel und seinen Freunden perfekt eingefangen.

Sarah Sprinz erinnert an den US-Schriftsteller John Green

Während Emil und Ansels Roadtrip nach Schottland weiß Sprinz in ihren Lesern aber auch das Fernweh nach der goldenen Romantik von Paris oder den rauen Weiten der Highlands zu wecken. Wo die Geschichte droht zu schnell und oberflächlich zu werden, fängt ihr simpler, aber effektiver Schreibstil den Leser auf und erinnert daran, wie intensiv Teenager die Welt erleben.

„In unserem Universum sind wir unendlich“ schreckt nicht vor schweren Themen zurück und thematisiert nicht nur Tod, Krankheit und den Umgang damit, sondern auch die Ängste und Erfahrungen queerer Jugendlicher besonders in der Kleinstadt. Bestseller-Autorin Sprinz (Dunbridge Academy, What if-Reihe) versteht diese Problematiken interessant und greifbar aufzubereiten.

Ganz wie der US-Schriftstellerstar John Green („Das Schicksal ist ein mieser Verräter“), dessen Einflüsse nicht zu überlesen sind.

Mit einer guten Mischung aus Gefühlen, Fernweh, stürmischer Jugendlichkeit und Beschreibungen, die dazu einladen mitzuraten, welche Straßen und Uferabschnitte in und um Friedrichshafen als Vorbild für die Handlungsorte des Buches dienten, gewinnt „In unserem Universum sind wir unendlich“ bis zum Schluss immer mehr an Fahrt. Am Ende ist es nur schwer aus der Hand zu legen – ob nun für jugendliche oder ältere Leser.

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