„Polizeiruf“-Kritik: Kindeswohl

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 Betreuer Stig (Matthias Weidenhöfer, l-r) trifft auf Keno (Junis Marlon) und Samuel (Jack Owen Berglund) in einer Szene des „Po
Betreuer Stig (Matthias Weidenhöfer, l-r) trifft auf Keno (Junis Marlon) und Samuel (Jack Owen Berglund) in einer Szene des „Polizeiruf 110: Kindeswohl“. (Foto: Christine Schroeder)

Ravensburg - Kommissar Bukow (Charly Hübner) und seine Kollegin König (Anneke Kim Sarnau) führt die Spur von Rostock bis nach Polen.

Mitunter ist gerade ein Krimiformat geeignet, um Schieflagen aufzudecken. In diesem Fall aus Rostock steht die Fürsorgepflicht des Staates für Heimkinder im Brennpunkt. Immer häufiger müssen kleine Jungen und Mädchen in Obhut genommen werden, und immer häufiger fehlen dafür geeignete Heimplätze. Deshalb nehmen dann die Ämter auch Angebote privater Träger in Anspruch. Und für diese kann das Geschäft recht lukrativ sein!

Das Autorenteam Christina Sothmann und Lars Jessen (Regie) schildern das triste Schicksal des jugendlichen Heimbewohners Keno (Junis Marlon). Er hat nur einen Freund, und der wurde zur kostengünstigen Betreuung in eine Familie nach Polen abgeschoben. Keno will ihn herausholen, erschießt bei der Flucht aus dem Heim seinen Betreuer und kämpft sich durch – zusammen mit Semi (Jack Owen Berglund), dem Sohn von Kommissar Bukow. Im Gegensatz zum Publikum aber weiß Buckow nicht, ob Semi nun Kenos Geisel ist oder Freund.

In diesem so spannenden wie beklemmenden Fall geht es vor allem um die Frage, wie wir unseren Nachwuchs behandeln. Auch Bukow (Charly Hübner) muss sie sich stellen. Er ist wie immer verletzend und verletzt zugleich, die Kollegin König (Anneke Kim Sarnau) wiederum angesäuert und doch hilfsbereit. Tolle Darsteller, aber der Star des Krimis ist Junis Marlon: fast zum Fürchten authentisch.

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