Neues Buch von Daniel Mendelsohn erschienen

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 Der Altphilologe Daniel Mendelsohn macht in seinem nun auf Deutsch erschienenen autobiografischen Buch „Eine Odyssee. Mein Vate
Der Altphilologe Daniel Mendelsohn macht in seinem nun auf Deutsch erschienenen autobiografischen Buch „Eine Odyssee. Mein Vater, ein Epos und ich“ das vielleicht wichtigste Werk der Weltliteratur zu einem Spiegel der eigenen Familiengeschichte. (Foto: dpa)
Deutsche Presse-Agentur

Homers „Odyssee“ kann man als Abfolge großer Abenteuer eines von den Göttern verlassenen Mannes lesen. Oder man nähert sich dem antiken Epos als eine Geschichte über den verschollenen Vater Odysseus, der nach Krieg und Irrfahrt auf See seiner Frau Penelope und dem Sohn Telemachos nach Jahren ein Fremder geworden ist. Der Altphilologe Daniel Mendelsohn macht in seinem nun auf Deutsch erschienenen autobiografischen Buch „Eine Odyssee. Mein Vater, ein Epos und ich“ das vielleicht wichtigste Werk der Weltliteratur zu einem Spiegel der eigenen Familiengeschichte. Ein formidabel konstruierter Kniff, der im Bücherfrühling seinesgleichen sucht.

Der Inhalt ist schnell erzählt: Der New Yorker Professor gibt ein Seminar über die „Odyssee“. Doch diesmal nimmt auch sein betagter Vater Jay teil – was zu einigen skurrilen Momenten führt. Der Vater bietet dem Sohn vor den Studenten regelmäßig die Stirn. Als das Seminar endet, reisen die beiden nach Europa, um den Spuren des antiken Helden zu folgen. Über die „Odyssee“ begegnen sich beide neu.

Mendelsohns literarisches Talent und seine erzählerische Präzision schaffen immer wieder Spannungsbögen, denen man sich nur schwer entziehen kann. Der Autor legt sein Buch als eine Art Ringkomposition an, wie sie griechischen Werken eigen ist. Er verwebt ineinander die Abenteuer des Odysseus, sein Seminar über das Werk, die Kreuzfahrt mit dem Vater und die Biografie der ganzen Familie. Bewundernswert verschmitzt formuliert Mendelsohn die Dialoge zwischen ihm und seinem Vater. Ausgesprochen geistreich sind auch die Gespräche in den Seminaren, in denen der Professor seine Studenten zum Denken herausfordert. Und mit ihnen die Leser. (dpa)

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