Neu im Kino: „Die Farbe des Horizonts“

Lesedauer: 4 Min
Richard Sharp (Sam Claflin) und Tami Oldham (Shailene Woodley) geraten in einen Hurrikan – und schnell an ihre Grenzen.
Richard Sharp (Sam Claflin) und Tami Oldham (Shailene Woodley) geraten in einen Hurrikan – und schnell an ihre Grenzen. (Foto: Tobis)
Christoph Zeiher

Die Farbe des Horizonts. Regie: Baltasar Kormákur. Mit Shailene Woodley, Sam Claflin. USA 2018. 97 Minuten. FSK ab 12.

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Ravensburg - Ein Seglerpaar wird auf dem Pazifik von einem Hurrikan überrascht. Den Überlebenskampf der Schiffbrüchigen inszeniert Regisseur Baltasar Kormákur bildgewaltig und mit viel Gefühl.

Mensch gegen Natur: Dieses Motiv beschäftigt den isländischen Regisseur Baltasar Kormákur nicht zum ersten Mal. Nach seinem Bergsteiger-Epos „Everest“ (2015) setzt der Filmemacher seine Protagonisten diesmal aber nicht im eisigen Himalaya, sondern auf dem schier endlosen Ozean aus.

Tami Oldham (Shailene Woodley) ist gerade mal 24 Jahre alt, als sie auf Tahiti den etwas älteren Segler Richard Sharp (Sam Claflin) kennenlernt. Ein beeindruckender Kerl, der schon einige Abenteuer hinter sich hat. Tami hingegen treibt planlos herum, hangelt sich von Job zu Job und von Insel zu Insel. Die beiden verlieben sich und verbringen traumhafte Wochen im Südseeparadies, als plötzlich ein verlockendes Angebot winkt: Sie sollen die Luxusyacht eines befreundeten Ehepaares von Tahiti nach Kalifornien überführen. Kurz Entschlossen wagen die beiden das Abenteuer.

Auf hoher See schlägt dann der Hurrikan zu. Als Tami nach dem Sturm wieder zu sich kommt, kann sie den schwer verletzten Richard retten, der sich an einem Beiboot festgeklammert hat. Nun geht es für beide um Leben und Tod: Wie lange wird die Nahrung reichen? Wie lange das Wasser? Und wohin sollen sie segeln?

Der Film basiert auf einer wahren Geschichte. Im Jahr 1983 geriet die echte Tami Oldham mit ihrem Verlobten tatsächlich auf einer Pazifiküberfahrt in einen schweren Sturm.

Bildgewaltig erzählt Kormákur 35 Jahre später ihre Geschichte. Das Meer und das Wetter sind derart gekonnt animiert, dass die Zuschauer förmlich hineingezogen werden in die Wellen und die unendlich scheinende Weite des Ozeans.

Leider sind die Rückblenden auf die glücklichen Tage der beiden zu holzschnittartig geraten. Hier trägt der Regisseur viel zu dick auf. Es entsteht der Eindruck, als wolle der Regisseur den Schrecken des Schiffbruchs durch diese Hochglanzbilder der Vergangenheit noch verstärken. Dabei ist das gar nicht notwendig, zumal die beiden Hauptdarsteller die Verzweiflung und den Schmerz mit erstaunlicher Intensität spielen.

Am Schluss wartet der Film mit einer erstaunlichen Wendung auf, die den Zuschauer unschlüssig zurücklässt: Ist das jetzt ein Happy End oder doch nicht? (dpa)

Die Farbe des Horizonts. Regie: Baltasar Kormákur. Mit Shailene Woodley, Sam Claflin. USA 2018. 97 Minuten. FSK ab 12.

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