Neu im Kino: „Book Club – Das Beste kommt noch“

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Sharon (Candice Bergen, links) und Diane (Diane Keaton) lassen sich auch jenseits der 60 die Liebe nicht vermiesen.
Sharon (Candice Bergen, links) und Diane (Diane Keaton) lassen sich auch jenseits der 60 die Liebe nicht vermiesen. (Foto: dpa)
Stefan Rother

Book Club – Das Beste kommt noch. Regie: Bill Holderman. Mit Diane Keaton, Jane Fonda, Candice Bergen. USA 2018. 104 Minuten.

m Realitätsbezug von „Book Club“ ließe sich natürlich einiges herumkritteln, schließlich sind alle vier Hauptdarstellerinnen wohlhabend und, obwohl klar jenseits der 60, nicht nur bei bester Gesundheit, sondern auch weitgehend frei von sichtbaren Falten. Mit ihren Sorgen dürften sich aber auch weniger betuchte Zuschauerinnen identifizieren können, schließlich geht es um Liebe, Sex und Romantik im fortgeschrittenen Alter. Und dass das muntere Quartett von Jane Fonda, Diane Keaton, Mary Steenburgen und Candice Bergen verkörpert wird, macht „Book Club“ schließlich für Zuschauer jeden Geschlechts und jeder Altersgruppe sehenswert, zumal auch noch eine sehr ansehnliche Herrenriege beteiligt ist.

Die vier Mitglieder des Buchclubs sind beste Freundinnen. Vivian (Fonda) betreibt erfolgreich Hotels und hat bislang jede feste Bindung zugunsten kurzer Affären erfolgreich umschifft. Diane (Keaton) war glücklich verheiratet und wird nun nach dem Tod ihres Mannes von den beiden Töchtern (Alicia Silverstone und Katie Aselton) bedrängt, mit ihnen in Arizona zu leben. Bruce (Craig T. Nelson), der Mann von Carol (Steenburgen) ist dagegen noch sehr lebendig – nur nicht im Schlafzimmer, wo zu ihrer Frustration absolute Flaute herrscht. Richterin Sharon (Bergen) schließlich hat den Männern seit ihrer Scheidung vor 15 Jahren abgeschworen. Dennoch ist sie aufgebracht, als sie erfährt, dass ihr Ex eine deutlich jüngere Partnerin heiraten will.

Änderungen in die recht festgefahrenen Liebesleben bringt ausgerechnet ein Bestseller von höchst zweifelhafter Güte: „Fifty Shades of Grey“ wird beim monatlichen Treffen auf die Leseliste gesetzt. Auch wenn die lebenserfahrenen Frauen die schwülstige Sadomaso-Romanze mit hochgezogenen Augenbrauen konsumieren, setzt die Lektüre doch etwas in ihnen frei. So wagt sich die spießige Sharon plötzlich in die verwirrende Welt des Online-Dating, was zu einer stürmischen Begegnung mit George (Richard Dreyfuss) führt. Diane wird von dem charmanten Piloten Mitchell (Andy Garcia) umworben, und Vivian trifft auf Arthur (Don Johnson), dessen Heiratsantrag sie vor 40 Jahren panisch abgelehnt hat. Carol dagegen hat ja schon einen Mann. Damit dieser aber auch selbigen steht, mischt sie ihm Viagra in seinen Drink.

Unretuschierten Sex im Alter wie in Andreas Dresens „Wolke 9“ sollte hier niemand erwarten, schließlich handelt es sich immer noch um eine Hollywood-Hochglanzproduktion. Die Freundschaft der vier Hauptcharaktere wird aber überzeugend vermittelt, und auch in flacheren Momenten ist es ein Vergnügen zu sehen, wie diese sich munter zweideutige Kommentare an den Kopf werfen. Zudem spielt Diane Keaton zwar wieder ihre zerstreute Standardrolle, weckt dafür aber besondere Sympathien.

Book Club – Das Beste kommt noch. Regie: Bill Holderman. Mit Diane Keaton, Jane Fonda, Candice Bergen. USA 2018. 104 Minuten.

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