Klage gegen „Jahrhundertauktion“ im Grand Palais

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Deutsche Presse-Agentur

Eine Gruppe chinesischer Anwälte hat in Paris Klage gegen die geplante Auktion von erbeuteten Bronzefiguren aus dem geplünderten Sommerpalast in Peking eingereicht.

Die zwei Tierköpfe gehören zu einer großen Sammlung des im vergangenen Jahr gestorbenen Modeschöpfers Yves Saint Laurent, die von Montag an durch das Auktionshaus Christie's in Paris versteigert wird. „Wir haben heute morgen die Klage beim Gericht abgegeben“, berichtete der Sprecher der Juristengruppe, Xie Tongxiang, am Freitag der Deutschen Presse- Agentur dpa in Peking.

„Wir wollen, dass die Auktion am Mittwoch gestoppt wird“, sagte der Anwalt. An diesem Tag sollen die beiden Figuren, die jeweils acht bis zehn Millionen Euro einbringen könnten, eigentlich unter den Hammer kommen. Als Kläger tritt nach seinen Angaben die Hongkonger Aisin Gioro Vereinigung auf, die nach dem Familienclan der Mandschu- Kaiser der Qing-Dynastie benannt ist.

Die beiden Skulpturen eines Hasen- und Rattenkopfes aus dem 18. Jahrhundert hatten britische und französische Truppen bei der Plünderung der Palastanlage während des zweiten Opiumkrieges 1860 erbeutet. Die Verwaltung des Sommerpalastes und das chinesische Außenministerium hatten zuvor die Rückgabe der Figuren gefordert.

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