In der Zwickmühle

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Heino Ferch in „Der Richter“.
Heino Ferch in „Der Richter“. (Foto: dpa)
Schwäbische Zeitung

Der Richter (ZDF, Mo., 20.15 Uhr) – Richter Glahn (Heino Ferch) ist eine stabile, gradlinige Persönlichkeit. Er braucht nicht viele Worte, um seine intellektuelle Überlegenheit zu demonstrieren. Wenn es gilt, Klarheit in einen Mordfall zu bringen und damit tatsächlich Recht zu sprechen, ist er unerbittlich und scheut keinen persönlichen Einsatz. Das bekommt der Zuschauer gleich zum Auftakt mit, als Glahn seinen jungen Kollegen über einen Platz zu einer Pfütze schleift, um ihn – natürlich nicht wirklich zu ertränken. Aber er will so echt wie möglich testen, ob die fragwürdige Aussage des angeklagten Wieland (Wolfram Koch) zum Tod eines Gutachters stimmen kann. Glahn gilt am Berliner Gericht als Spürhund in Sachen Wahrheitsfindung, als unbestechliche Koryphäe. Doch in Wieland und dessen Hintermännern hat er seine Meister gefunden. Sie entführen Glahns Tochter und stellen Forderungen. Glahn sitzt in der Zwickmühle.

Von diesem Moment an wird Glahn zum einsamen Wolf, eine Rolle, die Ferch als Psychologe Broch in der Reihe „Spuren des Bösen“ schon mehrfach durchexerziert hat und in der er auch in diesem Krimi überzeugt. Regisseur Markus Imboden (Buch: Marija Erceg) stellt Ferch in den Mittelpunkt, und der meistert diese Position mühelos, ob als brillanter Richter oder als niedergeschlagener Vater. Die restliche Truppe muss sich anstrengen, wahrgenommen zu werden.

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