Im Dienst ihrer Majestäten kommt 007 ins Schwitzen

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Alexei Makartsev

Ist er etwa nervös? Daniel Craig, der als Geheimagent Ihrer Majestät das Musterbild der kühlen Entschlossenheit und Selbstbeherrschung verkörpert, dreht sich auf dem roten Teppich von den Kameras weg und wischt sich die Schweißperlen von seinem Gesicht.

Wenig später muss sich der Filmstar von seiner Frau, der Schauspielerin Rachel Weisz, erneut die glänzende Stirn trocken tupfen lassen. Doch es war auch keine gewöhnliche Aufführung, die am Dienstagabend Hunderte Prominente und Fans zur ehrwürdigen Royal Albert Hall in London gelockt hat.

Im 50. Jubiläumsjahr der Kino-Abenteuer von James Bond sah das erlesene Publikum erstmals den angeblich „besten 007-Film aller Zeiten“, der von manchen begeisterten Kritikern als die „triumphale Rückkehr zum klassischen Bond“ gefeiert wird. Der Rummel vor der Weltpremiere in der Heimat des Superspions war so groß, das selbst Prinz Charles und Camilla nicht einen Tag länger auf den berühmten Agententhriller warten konnten. Im Beisein des britischen Thronfolgers sagte Craig, dass er „unglaublich stolz“ sei, zum dritten Mal den furchtlosen Geheimagenten mit der Lizenz zum Töten spielen zu dürfen. „Das ist die beste und größte Premiere von allen“. Und Prinz Charles sei für ihn das Sahnehäubchen auf der Torte, stammelte in die Reporter-Mikrofone der schwitzende, glückliche Star.

Angetan vom „puren 007-Meilenstein“

Nichts als Lob für „Skyfall“ im Königreich. Die Times nennt den Bond Nummer 23 „so britisch wie eine Bulldogge“ – was wohl positiv gemeint ist. Der Daily Telegraph preist den 143-minütigen Film für die „schönsten Actionszenen der 50-jährigen Bond-Karriere“. Und der Filmkritiker der Daily Mail ist so angetan vom „puren 007-Meilenstein“, dass er in seiner Rezension ankündigt, bis zum Jahresende den Film noch ein paar Mal sehen zu wollen.

Die britischen Medien nennen „Skyfall“ wegen des starken Bezugs auf die aktuellen Themen Cyberterror und Wikileaks einen „Bond für die Generation ,Anonymous‘“. Es geht um den Diebstahl einer Festplatte mit Namen von „Nato-Agenten“ durch finstere Kräfte, die die geheimen Daten im Internet veröffentlichen wollen. 007 muss wieder einmal eine Katastrophe verhindern. Der Film beginnt mit einer atemlosen Verfolgungsjagd durch Istanbul. Der Rest ist spektakulärer Schall und Rauch, angereichert mit schwarzem Humor und vielen klassischen 007-Späßen.

Mit 44 Jahren hat er noch lange nicht genug von Nervenkitzel, tödlichen Waffen und schönen Frauen. „Es ist unmöglich, das Bond-sein nicht zu mögen“, sagte bei der Premiere Daniel Craig. Die britischen Kritiker hoben auch den Spanier Javier Bardem als einen „herrlichen Bösewicht“ hervor. Der Film kommt in Deutschland am 1. November in die Kinos.

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