Gabor Steingart verlässt Handelsblatt

Lesedauer: 2 Min

Gabor Steingart, bislang Herausgeber des „Handelsblatts“.
Gabor Steingart, bislang Herausgeber des „Handelsblatts“. (Foto: dpa)

Ravensburg (ben) - Die Geschwindigkeit, mit der der Ziehsohn das altehrwürdige Handelsblatt zu einem modernen Medienunternehmen umgebaut hat, ist dem Ziehvater am Ende zu hoch gewesen: Georg-Dieter von Holtzbrinck hat sich überraschend von Gabor Steingart (55) getrennt, der für den Stuttgarter Verleger als Vorsitzender der Geschäftsführung die Handelsblatt Media Group mit Sitz in Düsseldorf geführt hat. „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir eine schwäbische Holding sind – und nicht Google“, sagte der 76-Jährige am Freitag vor der Belegschaft von Handelsblatt und Wirtschaftswoche, den beiden wichtigsten Blättern der Verlagsgruppe. In einer Mitteilung begründete von Holtzbrinck die Entscheidung mit „Differenzen in wesentlichen gesellschaftsrechtlichen Fragen“ und einer „im Einzelfall unterschiedlichen Beurteilung journalistischer Standards“. Auslöser für die Entlassung war eine Analyse Steingarts über den Streit in der SPD zwischen Martin Schulz und Sigmar Gabriel, in der Steingart die zeitweilige Ausbootung Gabriels als „perfekten Mord“ beschrieben hatte. Für die Passage soll sich der Stuttgarter Verleger nach Informationen des Spiegel in einem Brief bei Martin Schulz entschuldigt haben. Nach Informationen der „Schwäbischen Zeitung“ aus Unternehmenskreisen erfolgte der Bruch aber schon wenige Tage zuvor, als sich von Holtzbrinck und Steingart nicht über die künftige Strategie des Unternehmens einigen konnten. (ben)

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen