Film: Scary Stories to tell in the Dark

Lesedauer: 4 Min
 Chuck (Austin Zajur) gefangen in seinem Alptraum. Wird er jemals wieder herausfinden?
Chuck (Austin Zajur) gefangen in seinem Alptraum. Wird er jemals wieder herausfinden? (Foto: 2019 eOne Germany)
Stefan Rother

Unheimliche Geschichten, die man am besten im Dunkeln erzählt – das ist eigentlich die Essenz der meisten Horrorfilme. Pünktlich zu Halloween kommt nun eine Sammlung solcher Geschichten in die Kinos, die auf einer gleichnamigen Kinderbuchreihe basiert. Die vor allem in den USA sehr beliebten Kurzgeschichten von Alvin Schwarz sind seit 1981 in drei Büchern erschienen. Zum Gruselvergnügen tragen dazu wesentlich die ausdrucksstarken Illustrationen bei. Diese weckten auch das Interesse von Filmemacher Guillermo del Toro („Pan’s Labyrinth“), der sich die Filmrechte sicherte und hier als Produzent fungiert, für die Regie wurde der Norweger André Øvredal („Trollhunter“) engagiert.

Das Team stand dabei vor der naheliegenden Herausforderung, wie sich die nicht sehr umfangreichen Geschichten sinnvoll zu einer Filmhandlung verbinden ließen. Gelöst wurde dies, indem eine Rahmenhandlung von einem Buch berichtet, das sich gewissermaßen selber schreibt. Die unheilvollen Geschehnisse stoßen dann jeweils einer der Figuren zu. Gefunden wird das Buch von einer Gruppe von Außenseitern um die Teenagerin Stella (Zoe Margaret Colletti), die selber gerne Horrorgeschichten liest und schreibt. Gemeinsam mit ihren Freunden Chuck (Austin Zajur) und Auggie (Gabriel Rush) zieht sie an Halloween um die Häuser und legt sich mit den Mobber-Machos aus ihrer Schule an. Bei der Flucht vor deren Anführer Tommy (Austin Abrams) landen sie in einem abgesperrten Haus, um das sich in ihrer amerikanischen Kleinstadt Mill Valley zahlreiche Legenden ranken: Spuken soll es dort, seit sich vor langer Zeit das Mädchen Sarah Bellos erhängt hat. Als Stella in dem Haus Sarahs Notizbuch findet, kann die Horror-Liebhaberin nicht widerstehen. Das Unheil nimmt seinen Lauf.

Die Grusel-Episoden sind das Kernstück des Films und optisch eindrucksvoll inszeniert. Die Figuren wirken für Genre-Verhältnisse nicht allzu platt. Eher durchwachsen ist allerdings der Bezug zu der Zeit, in der der Film angesiedelt ist: Im Spätherbst 1968. Zwar wird die Kleinstadt-Enge passend inszeniert, auch bei Mode und Musik gibt man sich keine Blöße, die politischen Bezüge zur Wahl Richard Nixons wirken allerdings eher aufgesetzt. Für ganz junge Zuschauer ist das Geschehen zudem trotz der Vorlage wohl zu furchterregend. Alle anderen können sich hier aber gepflegt-altmodisch gruseln und auch eine Fortsetzung ist recht wahrscheinlich, schließlich gibt es noch reichlich Kurzgeschichten aus der Sammlung, die sich verfilmen lassen.

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