Film: Neues aus der „X-Men“-Reihe: „The New Mutants“

Lesedauer: 3 Min
Sie haben’s nicht leicht, die neuen Mutanten (von links): Maisie Williams als Rahne Sinclair/Wolfsbane, Henry Zaga als Roberto d
Sie haben’s nicht leicht, die neuen Mutanten (von links): Maisie Williams als Rahne Sinclair/Wolfsbane, Henry Zaga als Roberto da Costa/Sunspot, Blu Hunt als Danielle Moonstar/Mirage, Charlie Heaton als Sam Guthrie/Cannonball und Anya Taylor-Joy als Illyana Rasputin/Magik. (Foto: Claire Folger/Disney/dpa)
Rüdiger Suchsland

„Breakfast Club“ meets „Girl, Interrupted“ meets Superhelden-Genre – so kann man diesen ersten Versuch eines Neustarts der „X-Men“-Reihe zusammenfassen und hat mit diesem Kuddelmuddel aus Motiven schon gleich das Hauptproblem benannt: „The New Mutants“ will es allen recht machen, landet im Ergebnis aber im Niemandsland.

Der Film beginnt abrupt: Daniele (Blu Hunt) eine junge Cheyenne-Indianerin, die ohne es zu ahnen, eine Mutantin ist, wird von ihrem Vater (Adam Beach) im Reservat aus einem Traum geweckt. Eine unerklärliche, unaufhaltsame Macht jagt sie. Sie erwacht angekettet an ein Bett in einem Krankenhaus auf. Schnell lernt sie ihre Leidensgenossen in dieser Einrichtung für junge Mutanten kennen: die schüchterne bigotte Schottin Rahne (Maisie Williams), den traumatisierten Südstaatler Sam (Charlie Heaton), den brasilianischen Schnösel Bobby (Henry Zaga) und die impulsive Russin Illyana (Anya Taylor-Joy).

Die folgende Handlung spielt mit ominösen inneren Kräften und benutzt den Begriff der Adoleszenz als Metapher für Veränderungen, die man nicht kontrollieren , und für Verhaltensweisen, die man nicht erklären kann. Dennoch gibt es einen echten Versuch, in unterhaltender Form Sensibilität für Themen wie Missbrauch, psychische Gesundheit, Selbstzweifel und andere Herausforderungen zu vermitteln. Das war schon immer eine Stärke der „X-Men“: Sie handeln von Außenseitern, vom Anderssein und Fremdheit.

Die fünf Teenies leiden darunter, dass die Manifestationen ihrer Superkräfte ungewollt Menschenleben gekostet haben. Rund um die Uhr werden sie überwacht und analysiert. In Josh Boones Film wandert das ursprünglich gesellschaftliche Drama der von Bryan Singer konzipierten Reihe – eine Allegorie auf Menschen, die von der Gesellschaft nicht akzeptiert und diskriminiert werden – ins Innere der Charaktere: Junge Menschen müssen lernen, sich zu beherrschen und Regeln zu akzeptieren.

Im Detail litt das ganze Projekt unter den ökonomischen Verwerfungen, die durch den Verkauf des 20th-Century-Fox-Studios an Disney ausgelöst wurden. So wurde dieser 2017 in Neuengland gedrehte Film, verändert und umgeschnitten, und erst mal auf Eis gelegt. Dem unentschiedenen und seelenlosen Ergebnis merkt man diese Vorgeschichte leider an.

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen