Film: „Das Leben meiner Tochter“

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 Jana (Maggie Valentina Salomon) ist acht und ein aufgewecktes Mädchen. Doch die Kleine ist sehr krank. Ohne Spenderherz wird si
Jana (Maggie Valentina Salomon) ist acht und ein aufgewecktes Mädchen. Doch die Kleine ist sehr krank. Ohne Spenderherz wird sie sterben. (Foto: cAMINO fILMVERLEIH)
André Wesche

Dieser Film beschäftigt sich mit zwei aktuellen Themen von großer Bedeutung. Eines davon ist die Organspende, die gerade hochemotional diskutiert wird. Das andere Thema schneidet eine essentielle, moralische Frage an: Wie weit würde man gehen, um einen geliebten Menschen zu retten?

Eine sympathische, kleine Familie fährt in den Urlaub. Die Eltern (Alwara Höfels und Christoph Bach) freuen sich an ihrer Tochter. Jana (Maggie Valentina Salomon) ist acht und ein aufgewecktes, nettes Mädchen. Doch dann geht es dem kleinen Sonnenschein plötzlich sehr schlecht. Nach einem Zusammenbruch am Urlaubsort muss Jana wiederbelebt werden.

Die Diagnose ist erschütternd. Die akute Herzmuskelentzündung könnte sich mit viel Glück wieder von selbst erholen. Wesentlich wahrscheinlicher ist es jedoch, dass das Mädchen ein Spenderherz benötigen wird. Die durchschnittliche Wartezeit auf ein solches Organ beträgt acht Monate. Das Herz erholt sich nicht.

Ein Jahr später hat Jana ein Geschwisterchen und bezeichnet die lebenserhaltende Maschine, die sie ständig begleitet, als ein Teil ihrer selbst. Mit dieser Unterstützung überleben Patienten etwa 18 Monate lang. Die Zeit für Jana wird knapp und ihre Eltern sind verzweifelt. Dann nimmt der Vater Kontakt zu einer Agentur in Rumänien auf, bei der man für 250 000 Euro ein Herz „kaufen“ kann.

Der Film von Steffen Weinert (Autor von „Die Netten schlafen allein“) ist kein weinerliches Rührstück à la Hollywood, sondern ein unsentimentales und lebensnahes Drama. Das heißt nicht, dass zum Beispiel die Gespräche der todgeweihten Jana mit ihrer Freundin nicht direkt ins Herz treffen würden. Zumal Debütantin Maggie Valentina Salomon in der Hauptrolle ein wirklich großer Wurf ist. Um ein größtmögliches Publikum zu erreichen und für das Thema zu interessieren, hat man der Handlung auch solide Thriller-Elemente hinzugefügt. Spannende Unterhaltung ist also ebenfalls garantiert.

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