Fast tanzbare Beats von London Grammar

Hannah Reid und ihre Band London Grammar am 22. Juni 2018 beim Hurricane Festival in Scheeßel.
Hannah Reid und ihre Band London Grammar am 22. Juni 2018 beim Hurricane Festival in Scheeßel. (Foto: Patrick Franck/Imago Images)
Stefan Rother

Große Gefühle – aber das ganz zurückhaltend in Szene gesetzt: So ließe sich die Rezeptur beschreiben, mit der London Grammar sich seit nun acht Jahren ihren ganz eigenen Platz im Musikgeschäft gesichert haben. Während junge Bands heutzutage oft darum kämpfen, stets neue Veröffentlichungen nachschieben, erschienen die drei Alben von London Grammar bislang im Vier-Jahres-Rhythmus mit reichlich Luft zum Atmen dazwischen.

Die brauchte vor allem Frontfrau Hannah Reid, die immer wieder mit Bühnenangst zu kämpfen hatte. Auch mit den Mechanismen des Musikgeschäfts haderte die Sängerin, insbesondere mit dem Sexismus, der ihr als unbestrittener Blickfang der Band entgegenschlug. Bei London Grammar soll es eben in erster Linie um die Musik gehen. Gegründet wurde die Band an der Universität Nottingham, wo Reid Englisch und Kunstgeschichte studierte. Dort traf sie auf Gitarrist Dan Rothman, später komplettierte Schlagzeuger Dominic „Dot“ Major das Trio. Wie es sich für eine Band aus der Mittelschicht gehört, schlossen die drei zunächst ihr Studium ab, bevor sie nach London zogen, um mit ersten Konzerten, Probeaufnahmen und schließlich einem YouTube-Video für ihren bislang wohl bekanntesten Song „Hey Now“ zunehmend für Aufmerksamkeit sorgten.

Es folgten beachtliche Plattenverkäufe, eine Auszeichnung mit dem renommierten Ivor Novello Award für den Song „Strong“ und der Einsatz von „Hey Now“ für eine Parfüm-Werbekampagne von Dior mit Charlize Theron, was dem Trio vor allem in Frankreich zahlreiche weitere Fans bescherte.

In den Jahren seitdem haben London Grammar ihren Sound behutsam weiterentwickelt. Auch „California Soil“ bietet keinen Bruch, sondern verfeinert eher die Mischung aus dezenten Beats, gezupften Gitarren und der über allem schwebenden Stimme von Reid. Dem Titel entsprechend wurde das Album von den Amerika-Tourimpressionen der Band geprägt, sonnigen Strandpop aus Kalifornien darf man aber natürlich nicht erwarten. „I Need the Night“ verkündet selbstbewusst, dass Gott ja wohl eine Frau sei, auch wenn die Botschaft geflüstert daher kommt („There is a whisper that our God is a she”). Und bei „How does it feel“ nähert sich das Trio tatsächlich so sehr wie noch nie den großen-Popmomenten samt fast tanzbarer Beats an.

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