„Es geht immer nur nach vorn“

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Marc (Mitte) und seine Bandkollegen haben viel Zeit und Herzblut in ihr neues Werk investiert. „Just Dance Like Nobody’s Watchin
Marc (Mitte) und seine Bandkollegen haben viel Zeit und Herzblut in ihr neues Werk investiert. „Just Dance Like Nobody’s Watching“ erscheint am Freitag, 27. Januar. (Foto: pr)
Schwäbische Zeitung

2012 haben Marc und seine Bandkollegen den Southside-Bandwettbewerb für sich entschieden. Nun haben Walter Subject aus Reutlingen ihr nächstes Album eingespielt. „Just Dance Like Nobody’s Watching“ erscheint am Freitag, 27. Januar. Am Samstag, 28.Januar, feiert die Band die Veröffentlichung mit einem Konzert im Franz K. in Reutlingen. Christiane Wohlhaupter hat bei Sänger Marc Ruff nachgehakt, was sich seit dem Southside-Auftritt so getan hat und welche Philosophie hinter dem neuen Werk steckt.

Marc, euer neues Album steht in den Startlöchern, wie war die Arbeit daran?

Sehr intensiv. Wir haben uns viel Zeit genommen, viele Songs geschrieben und andere wieder verworfen. Wir wollten keinen Titel auf das Album packen, hinter dem wir nicht zu hundert Prozent stehen. Herausgekommen ist ein Album, das einfach nur Spaß macht und auch nach mehrmaligem Hören nicht langweilig wird.

2013 habt ihr das Album „We Are The Subjects“ veröffentlicht. Was ist dieses Mal anders abgelaufen?

Bei unseren ersten Longplayer hat ein namhafter Produzent Regie geführt – und wir haben uns leiten lassen. Damals wurde auch der ein oder andere unnötige Part entfernt oder entschärft. Wir haben seither viel gelernt. Die neuen Songs sind sehr kompakt und rund – unnötigen Ballast gibt es da nicht. Dennoch findet man in allen Songs kleine Specials und tolle Sound-Schnipsel, die man erst beim zweiten oder dritten Hören bemerkt. Einmal gehört, sind sie dann immer da und irgendwie auch essenziell. Aufgenommen haben wir die Platte in mehreren Etappen im sehr schönen Small World Studio in Wernau bei Stuttgart. Diesmal waren wir also Künstler, Kritiker und Produzenten in einem.

Ihr empfehlt, so zu tanzen als würde niemand zusehen. Sind die Menschen allgemein zu gehemmt?

In unserer Gesellschaft wird im Alltag viel darauf geachtet, wie man auf andere wirkt und wie man sich gibt. Dabei finden wir es auch einfach wichtig, die Hemmungen fallen zu lassen, den Alltag zu vergessen und einfach eine Runde richtig abzuspacken – danach fühlt man sich toll.

Setzt ihr diese Empfehlung auch selbst um?

Klar, zum Beispiel bei jeder Show auf der Bühne. Wer uns schon mal gesehen hat, weiß, dass wir groß darin sind (lacht).

Diese Empfehlung („Dance Like Nobody’s Watching“) geht ja im Original noch weiter und empfiehlt, so zu lieben als sei man noch nie verletzt worden. Tut das der Protagonist in eurem Musikvideo zu „Vicious Circles“?

Der „Dude“ im Video zu „Vicious Circles“ wird von seiner Liebsten verlassen – das ist nie schön. Aber er macht was draus. Er zieht sich nur die schönen Erinnerungen raus und speichert diese. Die negativen Erinnerungen verwirft er. Am Ende geht er in eine Bar und trifft sich mit seinen Jungs und vermutlich tanzt er da als würde niemand zusehen ...

Der Protagonist im Musikvideo ist auf einem amerikanischen Highway unterwegs. Warum passt die Geschichte dort besser hin als auf die A8?

Auf der A8 ist immer Stau (lacht).

Wie habt ihr die Idee umgesetzt? Mit Freunden, die dort leben? Mit Internetbekanntschaften, denen ihr im Ausgleich ein Video vom Schwäbischen Meer schickt?

Wir haben über einige Ecken Kontakt zu Scott Lambson hergestellt. Er ist aufstrebender Filmemacher aus Los Angeles und fand unseren Song „Vicious Circles“ toll. Schnell war klar, dass er das Video macht, weil unsere Ideen dazu nahezu deckungsgleich waren. Scott suchte und fand die passenden Schauspieler und los ging’s.

Zurück zur Story im Video: Wann stellt man denn fest, dass man sich verrannt hat?

Es geht immer nur nach vorne. Wenn man sich verrannt hat, dann hat das so sein sollen. Gehört dazu. Egal – einfach weiterrennen.

Ihr untermalt eure Musik mit aufwändigen Videos. Wie wichtig ist das Gesamtkunstwerk?

Wir wollen unsere Musik in möglichst tollem Gewand präsentieren. Leider ist es ziemlich schwer, fremden Menschen die eigene Musik näher zu bringen. Wir sind davon überzeugt, dass die Platte sehr vielen Menschen eine schöne Zeit bereiten kann. Aber wie erreicht man die Leute? Und wie bekommt man sie dazu, sich Zeit zu nehmen?

2012 habt ihr als Gewinner des SZene-Bandwettbewerbs auf dem Southside gespielt. Zieht es euch nach Neuhausen ob Eck zurück?

Das ist eines unserer Ziele als Band, auf das wir hinarbeiten. Mit jeder Bandprobe, jedem Auftritt und jedem neuen Song. Wir wollen noch einmal auf dem Southside-Festival spielen – aber aus eigener Kraft – als gebuchte Band.

Wie hat sich die Band seither verändert?

Wir haben zig Shows im In- und Ausland gespielt und wir haben viel gelernt: darüber, wie Songs funktionieren und wie nicht. Und darüber, wie wir die Leute zum Tanzen bringen (lacht).

Welchen Tipp habt ihr für die Bands und Künstler, die dieses Jahr beim SZene-Bandwettbewerb mitmachen?

Spielt live so viel Ihr könnt. Jede Show bringt euch ein kleines Stückchen weiter. Hinterfragt eure Songs und Parts kritisch. Mancher Part ist im Proberaum überragend gut und draußen funktioniert er überhaupt nicht. Dann schmeißt den Part oder den ganzen Song über Bord und schreibt einen neuen.

Bereit für einen Abend mit High Performance Rock ’n’ Roll? Infos zur Show am 28. Januar im Franz K. in Reutlingen gemeinsam mit Unforgotten Pricks und DJ Sad Sir gibt es unter www.walterwho.de. Videos und Neuigkeiten gibt es online unter www.facebook.com/waltersubject

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