Ein Liebesliederreigen

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 Charmantes Duo: Christiane Karg und Ann Murray.
Charmantes Duo: Christiane Karg und Ann Murray. (Foto: Elke Walter)
Schwäbische Zeitung
Katharina von Glasenapp

Sopranistin Christiane Karg und Mezzosopranistin Ann Murray bezaubern zum Valentinstag.

Es jubelt und tiriliert, es zwitschert und schwingt im Fränkischen Museum: Christiane Karg hat im jüngsten Konzert der Reihe KunstKlang in ihrer Heimatstadt Feuchtwangen die irische Mezzosopranistin Ann Murray und den schottischen Liedpianisten Malcolm Martineau mit aufs Podium gebeten.

Unter dem Motto „Liebe schwärmt auf allen Wegen“ gab es Lieder und Duette von Schumann, Mendelssohn-Bartholdy, Brahms und Rossini passend zum Valentinstag. Und mit ihrer kleinen Ausstellung „In alle Ewigkeit …“ mit Liebespfändern und Hochzeitsgaben lieferte das Fränkische Museum die reizende Umrahmung. Und da ja bei diesem Thema eine gewisse Intimität durchaus erwünscht ist, rückte man im kleinen Vortragssaal des Museums eng zusammen.

Holzmodel, Fayenceteller, reich verzierte Wismutkästchen oder die festliche Tracht eines Hochzeitspaares bekommt man in der Ausstellung zu sehen. Verschnörkelte Schriften zieren Teller, Herzen, von Liebespfeilen durchbohrt oder in Herzform geschriebene Gedichte verkünden stets das Eine …

In der Musik drückt sich das auf andere Art, nicht weniger innig aus: Zwei Stimmen singen in Terzen und Sexten, so wie es auch in der Volksmusik gepflegt wird, sie verschmelzen miteinander, antworten, ergänzen sich, sind reine Harmonie, getragen von einer weich schwingenden Klavierbegleitung. Bei Christiane Karg, der Sopranistin mit der leuchtenden Stimme, und Ann Murray, der Mezzosopranistin, die ihre doch schon ältere Stimme schlank und silbrig zu führen weiß, passt es im charmanten Einvernehmen wunderbar zusammen. Malcolm Martineau, der erfahrene Liedbegleiter, genießt das innige Schwingen und Tändeln sowie die scherzenden Akzente. Der Flügel klingt in dem kleinen Raum allerdings allerdings etwas zu laut, in den tiefen Regionen leicht mulmig.

Das klingt beschwingt

Die Sängerinnen und der Pianist belassen die Duette von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Robert Schumann in ihrer volksliednahen Schlichtheit und Natürlichkeit, würzen hie und da mit einem Schuss Ironie. Das klingt beschwingt, jugendlich, empfindsam, und durch ihre charmante Mimik und Körpersprache nimmt man ihnen auch das „Wir Schwestern zwei, wir schönen“ ab.

Beide stellen sich auch solistisch vor: Christiane Karg mit den überschäumenden und feinen Liedern von Clara Schumann, Ann Murray mit Brahmsliedern, bei denen „Dein blaues Auge“ von einem inneren Leuchten erfüllt ist. Nach der deutschen Romantik darf es zum Schluss noch ein paar Lieder und Duette von Rossini geben: Auch sie sind reich an romantischem Gefühl und eben italienischer Lebensfreude. Natürlich darf da das berühmte „Katzenduett“ nicht fehlen, die Parodie auf zwei Diven, die sich hier um Rosen und Pralinen streiten. Dass sie dann noch die Ruhe für den „Abendsegen“ aus Humperdincks „Hänsel und Gretel“ finden, ist wunderbar.

Das nächste KunstKlang-Konzert ist am 26. Juni, wenn die Sopranistin gemeinsam mit der Klarinettistin Sabine Meyer und der Pianistin Liese Klahn „Zwiegesänge“ im Kreuzgang anstimmt.

Kartentelefon: 09852/90444, www.kunstklang-feuchtwangen.de

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