Ehrenpräsidentschaft des Künstlerbundes für Köhler

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Deutsche Presse-Agentur

Ein Leben ohne Kunst ist nach Ansicht von Bundespräsident Horst Köhler „vielleicht möglich, aber nur halb so schön“.

Bei der Übernahme der Ehrenpräsidentschaft des Deutschen Künstlerbundes, die bisher Altbundespräsident Walter Scheel innehatte, meinte Köhler am Montag in Berlin, Kunst gehöre zum menschlichen Leben. Sie entspringe „einem grundlegenden Bedürfnis des Menschen, sich auch mit den Dingen zu befassen, die sich eben nicht mit dem Maßstab des Nutzbringenden messen lassen, dem Bedürfnis, sich auch mit den Dingen zu umgeben, die er einfach nur als schön empfindet“.

Köhler äußerte sich erfreut über die Pläne des Künstlerbundes, die früher traditionellen Jahresausstellungen wieder ins Leben zu rufen. „Ich fände es gut, wenn es...gelänge, an diese schöne Tradition anzuknüpfen.“ Es sei für ihn auch eine ehrenvolle Aufgabe, die Ehrenpräsidentschaft des Deutschen Künstlerbundes zu übernehmen, „weil Kunst für mich etwas ganz besonderes ist“, sagte Köhler in der Berliner Akademie der Künste.

Das Staatsoberhaupt dankte Scheel für sein „langjähriges und vielseitiges Engagement um die Künste“. Auch der Künstlerbund dankte Scheel für seine „beispielhafte Unterstützung der Freiheit der Kunst“ in Deutschland. Der 89-jährige Altbundespräsident hat sich nach langen Jahren in Berlin inzwischen seinen Alterssitz in Bad Krozingen gewählt und war laut Köhler aus gesundheitlichen Gründen nicht zu der Festveranstaltung nach Berlin gekommen.

Akademiepräsident Klaus Staeck erinnerte an den Maler und Präsidenten der Berliner Kunstakademie Max Liebermann als Mitbegründer des Deutschen Künstlerbundes vor über 100 Jahren. Die heutige Ehrenpräsidentschaft des Bundespräsidenten sei auch „ein Bekenntnis des Staates zu seinen Künstlern“ meinte Staeck und fügte hinzu: „Unser Recht als Künstler ist es auch, die Politik immer wieder mit den bewegenden Fragen der Zeit zu konfrontieren, auch und gerade in Tagen einer Zivilisationskrise - Unruhe bleibt die erste Bürgerpflicht, das gilt auch für die Künstler, jetzt und immerdar“, meinte der 70-jährige Polit- und Plakatkünstler.

Der über 100-jährige Künstlerbund ist eine der ältesten und renommiertesten Künstlervereinigungen in Europa. Als Forum der Avantgarde wurde der Deutsche Künstlerbund 1903 in Weimar auf Initiative des Kunstförderers Harry Graf Kessler von Lovis Corinth, Max Liebermann, Max Slevogt und anderen ins Leben gerufen. Der Aufschwung und der Durchbruch der Moderne in Deutschland sind eng an die Geschichte des Deutschen Künstlerbundes geknüpft. Derzeit gehören dem Künstlerbund rund 550 bildende Künstlerinnen und Künstler an, wie der Vorsitzende Frank Michael Zeidler in Berlin mitteilte.

www.kuenstlerbund.de

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