CD-Kritik: Bruckners Neunte mit Manfred Honeck und Pittsburgh Symphony Orchestra

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Honeck dirigiert Bruckners Neunte
Honeck dirigiert Bruckners Neunte (Foto: colourbox)
Schwäbische Zeitung

Dieser Tage ist der aus Vorarlberg stammende Dirigent Manfred Honeck auf Europatournee mit seinem Pittsburgh Symphony Orchestra. Auf dem Programm mit den Stationen Wien, München, Amsterdam, Paris, Brüssel und Düsseldorf steht unter anderem die großartige neunte Symphonie von Anton Bruckner, deren Mitschnitt pünktlich zur Tournee beim Label Reference Recordings erschienen ist.

In der tontechnisch wieder hervorragenden Aufnahme hat man den Eindruck, als würde man direkt hineingezogen in die Kathedrale der Klänge, die Bruckner in seiner letzten, dem „lieben Gott“ gewidmeten Symphonie errichtet. In seinem ausführlichen Booklet-Text legt Manfred Honeck die Verbindungen zwischen Bruckners intensivem Glauben und seiner Musik dar.

Aus den leeren Klängen des Beginns wachsen berstende Klangexplosionen heraus, aus der Versenkung ins Gebet entwickelt sich die Fülle des gesamten Orchesterapparats. Auch von Todesnähe und Todesangst erzählt Bruckner in seinem Alterswerk, das unvollendet geblieben ist und mit einem ergreifenden Adagio endet: Bestechend sind der dunkle Klang der großen Streichergruppe, der klangsatte Aufschwung der acht Hörner, die Grundierung durch die Posaunen. Die Aufnahme dieser Symphonie übermittelt eine gewaltige Tiefe und spirituelle Kraft. (gla)

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