„Bretonische Geheimnisse“ – Kommissar Dupin löst seinen neuen Fall

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 Dunkle Wälder, verwunschene Seen – und eine mysteriöse Mordserie unter Artusforschern. In seinem siebten Fall ermittelt Kommis
Dunkle Wälder, verwunschene Seen – und eine mysteriöse Mordserie unter Artusforschern. In seinem siebten Fall ermittelt Kommissar Dupin im Herzen der Bretagne an sagenumwobenen Orten. (Foto: dpa)

Jean-Luc Bannalec: Bretonische Geheimnisse, Kiepenheuer & Witsch, 400 Seiten, 16 Euro.

Es sollte ein beschaulicher Betriebsausflug werden, der Kommissar Dupin und sein Team in den berühmten Forêt de Brocéliande führt. Doch wie das bei Kommissaren so ist: Schon nach wenigen Minuten stolpert Dupin im wahrsten Sinne des Wortes über die Leiche des bekannten Artusforschers Fabien Cadiou. Und es soll nicht der einzige Tote einer illustren Artusgesellschaft bleiben. Dupin wird von höchster Stelle in Paris als Ermittler eingesetzt, seine Assistentin Nolwenn koordiniert gewohnt souverän die Arbeit des vierköpfigen Teams. Und niemand spricht mehr von einem Betriebsausflug.

Vieles läuft nach gewohntem Muster ab in diesem siebten Kriminalroman der erfolgreichen Reihe. Inspektor Riwal kann sein Wissen über bretonische Mythen und Sagen in dieser geschichtsträchtigen Region im Inneren der Bretagne trefflich anbringen. Er darf diesmal im Mittelpunkt stehen. Und in Lebensgefahr werden er und sein Kollege Kadeg auch schweben.

Das Tempo allerdings hat sich deutlich erhöht im Vergleich zu den ersten Bänden, in denen es schon mal 100 Seiten dauern konnte, bis überhaupt so etwas wie ein Kriminalfall in Sicht war. Das tut dem Krimi gut. Irgendwann hätte sich sonst vielleicht eine Trägheit und ein sich Suhlen in landestypischen Stereotypen wie bei Donna Leons Commissario Brunetti eingestellt. In diesem Band jedoch hechtet man atemlos dem Ermittler hinterher, der in kaum mehr als 24 Stunden diesen Fall löst. Ein gelungener Krimi.

Jörg Bong, Programmgeschäftsführer des Fischer-Verlags, verbirgt sich hinter dem Pseudonym Jean-Luc Bannalec. Viele Jahre hatte er die Gerüchte über seine Autorenschaft nicht kommentiert. Nachdem er aber für seine Verdienste um den Tourismus in der Bretagne, den die Region vor allem den deutschen Lesern verdankt, als „Mäzen der Bretagne“ ausgezeichnet wurde, bekennt er sich auch öffentlich zu den Dupin-Romanen. Drei Monate verbringt er im Jahr im Finistère, dem Ende der Welt, wie der äußerste Westen der Bretagne genannt wird. Ideen für neun Fälle soll er im Kopf haben. Die Fans werden das mit Freude vernehmen.

Jean-Luc Bannalec: Bretonische Geheimnisse, Kiepenheuer & Witsch, 400 Seiten, 16 Euro.

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