André-Ficus-Schau in Meersburg

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Ausschnitt aus einem Selbstbildnis von André Ficus aus dem Jahr 1958.
Ausschnitt aus einem Selbstbildnis von André Ficus aus dem Jahr 1958. (Foto: Helmut Voith)
Helmut Voith

Mit der Ausstellung „Gestern ist nirgendwo“ im Roten Haus in Meersburg zum 100. Geburtstag des 1999 in Friedrichshafen verstorbenen Malers André Ficus ist Heike Frommer, der Leiterin der Galerie Bodenseekreis, der große Wurf gelungen. Selbst wer den Künstler über Jahrzehnte hinweg begleiten durfte, erhält durch die genial zu nennende Konzeption der Schau eine Sicht auf bisher unerschlossene Facetten: „Er erzählt selbst und zeigt dabei einen anderen Menschen, als man von außen gesehen hat“, sagt die Galeriechefin.

Zitate aus seinem überraschend im Stadtarchiv Friedrichshafen entdeckten Briefwechsel mit dem befreundeten bayerischen Landtagsabgeordneten Reinhold Kaub begleiten die Ausstellung, die das Leben des gebürtigen Berliners chronologisch ausbreitet und die oft enorme psychische Belastung des an seinen hohen Ansprüchen, an seiner Angst, „als Provinzmaler zu versacken“, fast zerbrechenden, tief depressiven Künstlers als tragende Struktur herausarbeitet. In einer Bilderreihe von ersten Aquarellen von 1946 aus Paris bis zu seinen großen Ölbildern aus Frankreich und Amerika tut sich ein Künstlerleben mit mehr Tiefen als Höhen auf.

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