Farben, Service und mehr

Hans-Peter Priel mit Michaela Priel und Regina Moll. FOTO: SU
Auf das einhundertjährige Bestehen ihrer Firma Farben Priel in Westerheim können Hans-Peter und Michaela Priel zurückblicken. Im April 1920 hat Johannes Priel, der Großvater des heutigen Firmenchefs, seinen Betrieb mit der Anschrift Uffseegasse 12 angemeldet.

Inzwischen ist aus der Uffseegasse die Straße „Aufsee“ geworden und das Ehepaar Priel betreibt gemeinsam mit Hans-Peter Priels Schwester Regina Moll den Malerbetrieb mit Fachmarkt und insgesamt sieben Mitarbeitern im Gewerbegebiet „Im Runs 1“.

Johannes Priel hat sein Malergeschäft im Wohnhaus in der damaligen Uffseegasse eingerichtet. „Mit dem Moped und Handwägelchen ist er zu seiner Kundschaft gefahren“, erinnern sich Hans-Peter und Michaela Priel. Das Wohnhaus war in bester Malermanier lila angestrichen. „Und die Schlafzimmerdecke war blau mit goldenen Sternen“, schwärmt Malermeister Priel. Üblich war damals die Verwendung von Kalkfarbe – die übrigens als ökologische Farbe ein Comeback feiert und Farbenleim.
 
Hier hat alles angefangen.
Hier hat alles angefangen.
Hans-Peter Priel wünscht sich, dass sein Slogan „Farben in ihrer ganzen Vielfalt“ wieder präsenter wird. „Farbe drückt Lebensgefühl, Charakter, Persönlichkeit und vieles mehr aus.“ Doch: Der Zeitgeist ändert sich ständig, vielleicht wird die Zukunft wieder bunter. Gerne denkt er an die kreativen Ausfertigungen der Malerarbeiten, wie sie früher üblich waren, zurück. „Mit den einfachsten Mitteln hat man bunte Bordüren oder mit besonderen Walzen Muster an den Wänden angebracht.“

Gebhard und Cäcilia Priel haben im Mai 1964 das Malergeschäft in Aufsee übernommen. Das großväterliche Haus wurde umgebaut und ein kleiner Laden eingerichtet. Schon damals war die Familie Priel wichtig, dass sie ihre Kundschaft rund ums Malerhandwerk versorgen konnten.

Ein weiteres Gebäude wurde an das alte angebaut und dort im Erdgeschoss ein größeres Ladengeschäft eingerichtet.

Handwerk als Dienstleistung

Hans-Peter Priel ist ein Mann der Farben: Farbstudien am Gebäude des Fachmarkts „Im Runs 1“. FOTO: SU
Hans-Peter Priel ist ein Mann der Farben: Farbstudien am Gebäude des Fachmarkts „Im Runs 1“. FOTO: SU
Im September 1992 haben schließlich Hans-Peter und Michaela Priel den Betrieb übernommen. Und immer weiter ausgebaut, immer unter der Maxime: Handwerk als Dienstleistung.

„Schon meine Eltern haben Komplettlösungen angeboten. Vom Tapezieren (man erinnere sich an die großen bunten Muster der 70-er Jahre) über Decke streichen bis zum Teppichboden verlegen erhielten die Kunden alles aus einer Hand. Und dieses Angebot wurde immer weiter ausgebaut. So erweiterte Priel in den 70er/80er Jahren das Angebot um den Gerüstbau und konnte den Bereich Fassadengestaltung mit Gerüst abdecken. „Wer also sein Haus außen streichen wollte, konnte bei uns das Gerüst dazu mieten.“
 
Priel macht auch Vergoldearbeiten und fasst (bemalt) Heiligenfiguren. Foto: su 
Priel macht auch Vergoldearbeiten und fasst (bemalt) Heiligenfiguren. Foto: su 
Das aktuelle Betriebsgebäude „Im Runs 1“ wurde im April 1997 bezogen. Damals stand es fast noch auf der „grünen Wiese“. „Viele Leute konnten nicht verstehen, warum wir nicht im Ort geblieben sind“, erinnert sich Hans-Peter Priel. Aber er wollte genügend Platz haben, damit Kunden auch problemlos parken können. Denn wer will schon einen Eimer Farbe ewig weit tragen müssen? fragte er sich.

Und durch den neuen Standort hatte er Platz, den Betrieb zu erweitern. Neben der Malerwerkstatt in „Aufsee“ gibt es einen Fachmarkt auf 600 Quadratmeter rund ums Renovieren mit Farbe und in der Erweiterung einen Showroom „Im Runs 1“.
 
Wohnhaus, früherer Laden und Werkstatt. Foto: pr
Wohnhaus, früherer Laden und Werkstatt. Foto: pr
Um Verkauf und Beratung kümmern sich Ehefrau Michaela und und ihre Schwägerin Regina Moll. Im Ausstellungsbereich sind die großen Tapetenmusterbücher ausgelegt, Musterkollektionen für Bodenbeläge, Gardinen und Sonnenschutz. Dieser nimmt bei Farben Priel großen Raum ein. An eigens gebauten Schieberahmen können die Kunden schon im Laden sehen, wie der der Sonnenschutz am heimischen Fenster aussehen wird, wenn die Sonne scheint.

Das Motto „Handwerk als Dienstleistung“ setzt Hans-Peter Priel konsequent um. „Der Kunde bekommt so viel Unterstützung, wie er braucht“, fasst Priel zusammen. „Wir können die Arbeiten komplett übernehmen, aber auch Teilarbeiten sind möglich. Zum Beispiel tapeziert der Kunde die Wände und wir verlegen den Boden. Oder der Kunde möchte selber renovieren, dann versorgen wir ihn mit den nötigen Materialien und stehen bei Bedarf mit Rat und Tat zur Verfügung. Uns ist wichtig, dass der Kunde das bekommt, was er möchte“, fasst Priel zusammen.