Innungsmitgliedschaft bietet viele Vorteile

Walter Röthlingshöfer ist seit 1996 Obermeister der Metallinnung Lindau. FOTOS: OH
Walter Röthlingshöfer ist seit 1996 Obermeister der Metallinnung Lindau. Bevor er sein Amt an einen Nachfolger übergibt, der aufgrund der Corona-Krise noch nicht gewählt werden konnte, steht er nun Rede und Antwort zu Fragen rund um das Metallhandwerk.

Herr Röthlingshöfer, was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf?

Der Beruf des Metallbauers ist vielseitig und macht Spaß. Es ist vor allem spannend und motivierend, das Endprodukt von der Entstehung bis zur Fertigstellung zu begleiten. Neben den handwerklichen Tätigkeiten stehe ich außerdem regelmäßig in Kontakt mit den Kunden und Gewerken, so bleibt der Arbeitsalltag abwechslungsreich.

Welche Trends lassen sich in der Metallbranche erkennen?

Die Kundenwünsche werden immer individueller und es wird Wert auf qualitativ hochwertige und langlebige Konstruktionen gelegt.

Metalle profitieren von ihrer Langlebigkeit. Was spricht denn noch für den Rohstoff?

Richtig, durch ihre Korrossionsfestigkeit sind es langlebige Rohstoffe. Und selbst wenn Eisenmetalle zu rosten beginnen, verwandeln sie sich in ihren Ursprung zurück und belasten somit nicht die Umwelt. Außerdem profitieren Metalle von ihrer leichten Bearbeitbarkeit. Sollte sich also ein Metall bspw. verbogen haben, lässt es sich durch Einschmelzen in den gewünschten Zustand zurückformen.
 
Metalle kommen in den unterschiedlichsten Branchen zum Einsatz. FOTO:COLOURBOX
Metalle kommen in den unterschiedlichsten Branchen zum Einsatz. FOTO:COLOURBOX
Wie ist denn generell die Entwicklung des Metallberufs?

Es beginnt mit der Planung, die mit CAD erstellt wird und setzt sich unter Zuhilfenahme modernster Maschinen und Materialien in der Fertigung fort. Außerdem müssen alle gültigen Normen beachtet und die nötigen Zertifizierungen durchgeführt werden. Alle vorgenannten Punkte kommen allerdings nur zur Geltung, wenn ein handwerklich versierter Mitarbeiter dahinter steht!

Und welche Anforderungen hat das Metallhandwerk?

Zu den Anforderungen des Metallhandwerks gehören technisches Interesse, gutes räumliches Vorstellungsvermögen, sicherer Umgang mit Zahlen und handwerkliches Geschick.

Welche Vorteile bietet die Mitgliedschaft in der Metallinnung?

Die Innung vertritt das Metallhandwerk gegenüber der Politik und bietet technische, rechtliche- und betriebliche Beratung. Sie unterstützt bei der Fachkräftesicherung, der Öffentlichkeitsarbeit und führt Weiterbildungsmaßnahmen durch.

Innungsmitglieder erhalten Rabatte bei der Beschaffung von diversen Leistungen, z. B. beim Kauf von Fahrzeugen, Büroausstattung, Software usw. und sind von der „SOKABAU“ befreit.

Die Berufsbilder des Metallhandwerks im Überblick

Metallbauer
Metallbauer schaffen von Hand oder maschinengestützt langlebige Werkstücke, die oft an die Automobil-, Luft- und Raumfahrtindustrie oder die Medizintechnik weitergeliefert werden.

Feinwerkmechaniker
Der Feinwerkmechaniker wiederum produziert und bearbeitet Einzelkomponenten in Maschinen und Geräten in sorgfältiger Präzision und höchster Genauigkeit. Die Werkstücke kommen überwiegend in der Elektrotechnik, der Medizin und Wissenschaft und in der Wartung und Herstellung von Produktionssystemen zum Einsatz.

Mechatroniker
Der Mechatroniker kümmert sich bei Produktionsanlagen und Steuerungssysteme um die komplexe Vernetzung aus Mechanik, Elektronik und Informatik und gewährleistetet so das Funktionieren von technischen Einzelkomponenten.

Metall- und Glockengießer
Glocken- und Metallgießer stellen aus den unterschiedlichsten Materialien Maschinenteile, Gehäuse, Zahnräder, aber auch kunsthandwerkliche Gegenstände, „große Kunst“ und Kirchenglocken her. Ebenso verantwortlich sind sie für die Bearbeitung und den anschließenden Feinschliff der Werke. Vibe