Jetzt hat der grüne Daumen viel zu tun

„Wer einen schönen Rasen will, muss jetzt mit der Pflege beginnen“, sagen Experten. FOTO: COL
Jetzt fällt für alle Gartenfreunde der Startschuss für die neue Gartensaison. Auf den „grünen Daumen“ wartet in der „grünen Oase rund ums Haus“ wieder viel Arbeit. Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres erwacht die Natur aus ihrem Winterschlaf. Dann gilt es Frühjahrsblüher zu pflegen, Aussaaten vorzubereiten und die Kübelpflanzen wieder in Schuss zu bringen.

REGION - Wann mit der Gartenarbeit begonnen werden kann, hängt natürlich vom Wetter ab. „Als Faustregel gilt, dass der Boden soweit abgetrocknet sein sollte, dass er nicht mehr an den Gartengeräten hängen bleibt“, sagen Fachleute und raten zum Start der Gartenarbeiten zuerst eine Runde durch den Garten zu drehen und eine Bestandsaufnahme zu machen.

Wer sich früh um die Beseitigung von Unkraut und Schnecken kümmere, erspare sich in den folgenden Monaten viel Arbeit, sagen Garten-Fachleute. Außerdem müsse liegengebliebenes Laub entfernt werden, weil sich unter den Blättern die Feuchtigkeit sammle und die neuen Triebspitzen der Pflanzen faulen lasse. Besonders bei schweren Böden raten Experten die Beete umzugraben.

Der erste Rasenschnitt darf nicht zu kurz ausfallen

„Vor dem Bepflanzen sollte dem Boden nach dem Umgraben etwas Ruhe gegönnt werden, damit die Mikroorganismen wieder an die Oberfläche gelangen können“, so der Rat der Fachleute. Der Frühling ist die Zeit der Aussaat. Weil sich Sämlinge im Garten aber nur wohlfühlen, wenn die Erde wenig Düngesalze und viel Feuchtigkeit enthält, eignen sich „normale Blumenerde oder die Erde direkt aus dem Garten“ nicht für die Aufzucht. Ihre Salze laugen die feinen Wurzeln aus. Der Hobbygärtner sollte also unbedingt spezielle und lockere Aussaaterde verwenden.

Im Frühling legen Gartenliebhaber auch den Grundstein für ein prächtiges Blütenmeer. Sobald die Sauerkirsche blüht, können die frostempfindlichen Knollen und Zwiebeln der Gladiolen, Dahlien oder Lilien in den Garten gepflanzt werden. Außerdem sollten im Frühjahr nach ihrer Blüte die Frühjahrsblüher wie Forsythie, Mandelbäumchen oder Ranunkelstrauch geschnitten werden, raten Gartenexperten. Sommerblumen wie Kapuzinerkresse, Studentenblumen oder Malven können im Frühjahr direkt in die Beete gesät werden.

Damit Rosen im Garten gesund bleiben und üppig blühen, brauchen sie einen tiefgründigen, durchlässigen Gartenboden. Schwere Böden müssen also im Frühjahr rund um die Rosenpflanze öfter mit einer Rosengabel gelockert werden. Dafür sollte die Gabel im Abstand von 20 Zentimeter in den Boden gestochen und ein paar Mal hin und her gerüttelt werden. Das Frühjahr ist auch die Zeit für den Rosenschnitt. Für alle Rosentypen gilt die Schnittregel: Ein starker Rückschnitt im Frühling bewirkt einen starken Neutrieb aus wenigen, langen, kräftigen Trieben. Ein schwacher Rückschnitt führt zu einem schwachen Neutrieb aus zahlreichen kurzen Trieben. „Wichtig ist, dass der Trieb etwa fünf Zentimeter über dem Auge leicht schräg mit einer scharfen Schere abgeschnitten wird“, so der Expertenrat.

Wer sich im Sommer einen schönen Rasen und sattes Grün wünscht, muss sich jetzt im Frühling an die Arbeit machen. Vor der Frühjahrs-Rasenpflege muss unbedingt altes Laub entfernt werden. Erst dann wird zum ersten Mal gemäht. „Der erste Schnitt darf aber nicht zu kurz ausfallen. Rund vier Zentimeter sind optimal“, sagen Gartenfachleute. Meist sind im Frühjahr einige Stellen im Rasen etwas verfilzt und vermoost, deshalb sollte der Rasen jetzt vertikutiert werden.

Dabei sollte der Vertikutierer gleichmäßig zunächst in Längs- und dann in Querrichtung über die Rasenfläche bewegt werden. Wichtig ist dabei, dass die Messer nicht tiefer als drei Millimeter in den Boden eindringen, da sonst der Rasen zu stark beschädigt würde. Hat sich der Rasen nach der Moosentfernung an einigen Stellen ausgedünnt, muss neu eingesät werden. Und um ihn langfristig vom Moos zu befreien, muss gekalkt werden. Dann wird der Rasen gedüngt.

Topf- oder Kübelpflanzen müssen im Frühling umgetopft werden, wenn deren Wurzeln nicht mehr ausreichend Platz haben. Die beste Zeit dafür ist von Ende März bis Mitte April. Ein Zeichen, dass die Pflanze umgetopft werden muss, ist eine weiße Bodenkruste. Die ist entweder das Zeichen für eine Verkalkung oder für eine Versalzung. Deshalb die Blumentöpfe vor jedem Umtopfen mit heißem Wasser auswaschen. Karl-Heinz Burghart