Welche Leistungen stehen mir zu?

Annerose Dietrich (vorne) und Heidrun Herrmann in der Fertigung von ALBA in Irndorf. FOTOS: ALBA
Als Pflegebedürftiger oder pflegender Angehöriger stehen Ihnen zahlreiche Zuschüsse zu. Da der bürokratische Dschungel für viele Menschen undurchdringbar scheint, bleiben Fragen oft unbeantwortet. Der Verband Pflegehilfe klärt auf, welche Zuschüsse Ihnen wirklich zustehen.

Pflegesachleistungen

Wenn Sie zu Hause von einem ambulanten Pflegedienst gepflegt werden und mindestens Pflegegrad 2 besitzen, haben Sie Anspruch auf Pflegesachleistungen. Das sind z. B. grundpflegerische Tätigkeiten wie Hilfe bei der Körperpflege oder der hauswirtschaftlichen Versorgung. Die Höhe richtet sich nach dem vorhandenen Pflegegrad. Wenn Sie die Pflegesachleistungen nicht aufbrauchen, können Sie bis zu 40 Prozent davon für Angebote zur Unterstützung im Alltag nutzen.

Pflegegeld

Wird die Pflege zu Hause selbst sichergestellt, z. B. durch Angehörige oder eine 24-Stunden-Pflege, steht Ihnen ab Pflegegrad 2 Pflegegeld zu. Die Höhe richtet sich auch hier nach dem vorhandenen Pflegegrad. Dieses wird direkt an den zu Pflegenden überwiesen, der das Geld meist als finanzielle Anerkennung an die Pflegeperson weitergibt. Empfänger von Pflegegeld sind verpflichtet, sich regelmäßig von einem Pflegeberater persönlich beraten zu lassen.

Kurzzeitpflege

In manchen Situationen ist es zeitweise nicht möglich, die Pflege zu Hause durchzuführen. In diesem Fall haben Sie ab Pflegegrad 2 Anspruch auf eine vollstationäre Kurzzeitpflege. Diese darf eine Dauer von 56 Tagen pro Jahr nicht überschreiten und wird mit maximal 1612 Euro bezuschusst. Wenn Sie die 56 Tage nicht vollständig nutzen, können Sie die restliche Zeit auf die Verhinderungspflege umlagern.

Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen

Damit es mit dem Treppensteigen und Duschen auch mit abnehmender Mobilität noch klappt, stehen Ihnen bei Pflegegrad einmalig bis zu 4000 EUR für die Wohnumfeldverbesserung (z B. der Einbau eines Treppenlifts oder der barrierefreie Badumbau) zu. Ausnahme: Wenn Sie einen höheren Pflegegrad erhalten, haben Sie erneut Anspruch auf bis zu 4000 Euro. Leben bis zu vier Pflegebedürftige unter einem Dach, erhält jeder Bewohner mit Pflegegrad diesen Zuschuss. Auch die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) gewährt einen Zuschuss für die Reduzierung von Barrieren von bis zu 6250 Euro.