Die neue Volkskrankheit: „Rücken“

Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit. FOTO: ARNO BURGI
Rückenschmerzen treffen fast jeden Menschen einmal im Leben. In Deutschland leiden mehr als 50 Prozent der Erwachsenen hin und wieder an Beschwerden im Rücken-, Nacken- oder Schulterbereich. Am stärksten sind Menschen mittleren Alters zwischen 30 und 50 Jahren betroffen.

REGION - Anatomisch gesehen reicht der Rücken vom unteren Ende des Hinterkopfes bis zur Gesäßfalte. Rückenschmerzen können auch in andere Körperregionen ausstrahlen oder von weiteren Beschwerden begleitet werden. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen neu aufgetretenen, akuten Rückenschmerzen und chronischen. Akute plötzliche Rückenschmerzen dauern nicht länger als sechs Wochen. Bleiben die Beschwerden insgesamt länger als zwölf Wochen bestehen, sind es chronische Rückenschmerzen.
 
Richtig liegen ist enorm wichtig. FOTO: DPA 
Richtig liegen ist enorm wichtig. FOTO: DPA 
In den meisten Fällen gehen die Beschwerden auf Verspannungen der Muskulatur zurück. Diese können sich unter anderem dann entwickeln, wenn man die Muskulatur überfordert – wenn man zum Beispiel nach längerer Trainingspause wieder anfängt, Sport zu treiben oder ungewohnte Bewegungen ausführt, etwa im Haushalt oder beim Streichen der Wohnung.

Auch körperliche Fehlhaltungen können dazu beitragen, dass sich die Muskeln schmerzhaft verspannen. Nicht zuletzt können psychologische Faktoren den Rücken regelrecht unter Spannung setzen: Stress, Ärger oder Angst können so ebenfalls zur Entwicklung von Kreuzschmerzen beitragen. Nur in seltenen Fällen liegt den Beschwerden eine körperliche Erkrankung zugrunde. Wenn es im oberen Rücken zwickt, spricht man meist von Nackenschmerzen. Treten die Beschwerden im unteren Rücken auf, wird der Begriff Kreuzschmerzen verwendet. Anhand der Ursachen unterscheiden Ärzte zwischen spezifischen und unspezifischen Rückenschmerzen.

50 Prozent der Deutschen sind betroffen. FOTO: ANDRE BERGER 
50 Prozent der Deutschen sind betroffen. FOTO: ANDRE BERGER 
Spezifische Rückenschmerzen: Wenn Rückenbeschwerden zum Beispiel durch Knochenbrüche, Infektionen, einen Bandscheibenvorfall, Tumoren oder eine Rheumaerkrankung ausgelöst werden, sprechen Ärzte von „spezifischen Kreuzschmerzen“. Das bedeutet, es gibt eine konkrete Ursache, auf die die Beschwerden zurückgeführt werden können.

Unspezifische Rückenschmerzen: Kann der Arzt bei der Untersuchung keinen eindeutigen Grund für die Rückenschmerzen feststellen – was bei den meisten Rückenschmerz-Geplagten der Fall ist – handelt es sich um sogenannte unspezifische Rückenschmerzen.

Das heißt, es weist nichts auf eine ernsthafte Ursache der Kreuzschmerzen hin. Um schnellstmöglich zu erkennen, ob für die Kreuzschmerzen nicht doch eine ernstzunehmende Ursache zugrunde liegt, gibt es Warnzeichen, die dabei helfen, spezifische Ursachen von Kreuzschmerzen mit dringendem Behandlungsbedarf festzustellen.

Gymnastik ist meist eine gute Idee. FOTO: PRIVAT 
Gymnastik ist meist eine gute Idee. FOTO: PRIVAT 
Sind die Rückenschmerzen bereits zum Dauerthema geworden, ist es wichtig, sie auf verschiedenen Wegen gleichzeitig anzugehen. Ärzte sprechen in diesem Zusammenhang auch von einem multimodalen Behandlungskonzept. Das bedeutet, dass verschiedene Therapiebausteine kombiniert werden. Während früher noch auf Ruhe, Schonung und passive Therapien (etwa Massagen) gesetzt wurde, werden heute Bewegung, Verhaltensänderungen und ein geeignetes Schmerzmanagement empfohlen.