Neues und Denkmal in charmanter Harmonie

Auf den Fotos einige Eindrücke der absolut gelungenen Sanierung. Auf dem Gruppenfoto von links: Dieter Katein (Leiter Amt für Architektur und Gebäudemanagement), Mark Overhage (Schulleiter), Alfred Oswald (Pressesprecher), Johannes Katzmaier (zuständiger Architekt Amt für Architektur und Gebäudemanagement), Sandra Messer (Amt für Schule, Jugend, Sport). FOTOS: ROSA LANER
Was 2012 mit der Projektierung begann, schreitet nun der Vollendung entgegen: Die Generalsanierung des Albert-Einstein- (AEG) und Spohn-Gymnasiums Ravensburg. Es ist die größte Sanierungsmaßnahme der Stadt Ravensburg, die es bisher gab. Die Arbeiten erfolgten in vier Bauabschnitten.

VON ROSA LANER

RAVENSBURG – Im Innenbereich sind die baulichen Maßnahmen fertiggestellt. Bis zum Sommer folgen noch die Sanierung des Daches, der Fassade und der Sternwarte. Die Fördermittel aus verschiedenen Landestöpfen liegen bei 6,5 Millionen Euro. Der Bedarf für das Großprojekt umfasst 22,8 Millionen Euro. Das waren aktuell noch einmal zwei Millionen Euro mehr. Ursprünglich hatte die Stadt sogar mit „nur“ 16,7 Millionen Euro gerechnet. Gründe für die erneute Kostensteigerung sind Schäden, die im Vorfeld noch nicht erfasst werden konnten, so unter anderem die hohen Aufwendungen am Dach. Auch mussten im Frühjahr, als das Abitur anstand, die Baumaßnahmen wegen des Lärms eingeschränkt durchgeführt werden.
    
Ein Rundgang

Bei einem Rundgang durch das über 100 Jahre alte Gebäude mit den städtischen Mitarbeitern Johannes Katzmaier, Dieter Katein, Alfred Oswald und Sandra Messer sowie Schulleiter Mark Overhage wird klar: Hier haben die Planer und Handwerker sehr gute Arbeit geleistet. Neues wurde gekonnt mit Historischem verbunden, Modernes und Denkmalgeschütztes fügen sich zu einer charmanten, harmonischen Einheit. Der letzte Bauabschnitt betrifft den Nordflügel und das Dach. Wo früher lange, dunkle Flure waren, ist es jetzt hell, lichtdurchflutet und mit einer guter Raumakustik versehen. Die offenen, schulisch nutzbaren Loggienbereiche in den Fluren würden von den Schülern gerne genutzt, freut sich der Schulleiter.

Alle Fenster und Klassenzimmertüren wurden ausgetauscht. Die gesamte Elektrotechnik und der Sanitärbereich wurden neu installiert. Die Treppenhäuser wurden klimatisch und brandschutztechnisch abgetrennt. Mit dem Einbau von Glastrennwänden und Brandschutztüren ist das neue Brandschutzkonzept gewährleistet. „Ein wichtiger Baustein war eben die Umsetzung der Brandschutzziele“, erklärt Dieter Katein, „das Verhindern der Zugluft nach oben und die Nutzbarmachung der Flure vermitteln zugleich Aufenthaltsqualität.“   
    
Denkmalgeschuldete Bauteile wurden erhalten, und so manches Juwel wurde bei den Arbeiten entdeckt. So zum Beispiel die historischen Terrazzoböden im Jugendstil, die mit hohem Aufwand freigelegt wurden.

„Auch energetisch wurde umfassend saniert, sodass in Zukunft deutlich weniger Energie verbraucht wird“, so Dieter Katein, „das Gebäude wird durch Zertifizierung ein Energieeffizienzhaus-Denkmal.“ Geheizt wird über ein Nahwärmenetz, durch die Holzhackschnitzelheizzentrale des Welfengymnasiums. Die neuen Holzfenster können zum Lüften geöffnet werden, hier hat man sich an alten Fotos orientiert und die früheren, schmalen Fensterprofile wiederhergestellt. Die Garderoben sind aus Brandschutzvorgaben alle in den Klassenzimmern.

In den Klassenzimmern wurden einige Fußböden freigelegt und repariert. Durch die Erhaltung von Historischem wird eine besonders schöne Stimmung erzeugt. Raumelemente in Grün, entsprechend der Tafel, gehen auf den Ansatz des Architekten zurück – nämlich mit möglichst wenig Farbe zu arbeiten.

„Über die lange Bauzeit hinweg gab es von den Schülern so gut wie keine Beschwerden“, so Mark Overhage. Nun freuen sich alle über die schönen, fertiggestellten Räume.

Am 1. Oktober um 16 Uhr findet mit einem Festakt die offizielle Einweihung statt.

Ingenieure GmbH & Co. KG

Fakten

● Baujahr der Schule: 1912- 1914
● Nutzfläche der Schule: ca. 12 000 m2 einschl. Pavillon, Schulgebäude allein ca. 10 000 m2
● Aufteilung der Generalsanierung in vier Bauabschnitte, Sanierung im laufenden Betrieb der Schule
● Projektvorbereitung 2012- 2014, Bauphase: von 2014 bis 2020
● Fertigstellung der Innenbereiche zum Halbjahreswechsel 2020 (Bezug durch die Schule war am 3.Februar 2020)
● Geplante Fertigstellung der gesamten Sanierung: Sommer 2020
● Prognostizierte Endkosten: 22,8 Mio. Euro, damit größtes Bauprojekt der Stadt Ravensburg
● Kostenstand zu Beginn des Projektes 2013: 16,7 Mio.