Spielen und entdecken

Die Beteiligten des Baus freuen sich, dass die kurze Bauzeit eingehalten werden konnte und feiern mit den Kindern bei der Einweihung. FOTOS: LAR
Die neue Kita im Schäferhof ist seit Ende Januar mit Leben gefüllt. Kinder toben, spielen und krabbeln in der fünfzügigen Einrichtung. Zwei Gruppen für Kinder unter drei Jahren und drei Gruppen mit Kindern über drei Jahren beherbergt die neue Einrichtung.

Von Larissa Rusche

TETTNANG - Großzügig, hell und modern - so hat sich die neue Kita im Schäferhof bei der Einweihung vergangenen Mittwoch präsentiert. In nur acht Monaten Bauzeit haben die Verantwortlichen eine echte Glanzleistung vollbracht: „Vielen Dank an alle Handwerker, es war eine tolle Zusammenarbeit“, bedankte sich Architekt Jürgen Winterkorn bei der Einweihung. Außerdem wünschte er den Kindern und Erzieherinnen viel Spaß in den neuen Räumen und „dass sie sich ausleben können.“

Diese Aufforderung mussten die Kinder nicht zweimal hören. sobald sie das Band vor dem Kindergarten zerschnitten hatten, strömten sie in ihre Gruppenräume. Auch Kindergartenleiterin Dominika Gawenda ist mit dem Neubau glücklich: „Wir fühlen uns alle sehr wohl“, freut sie sich. Beim Umzug seien die Kinder aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen, erzählt sie lachend.
    
Fünf Gruppen finden in dem Neubau Platz. Die beiden Gruppen für Kinder unter drei Jahren befinden sich im Erdgeschoss und haben einen direkten Gartenzugang. Die Kinder über drei Jahre sind im Obergeschoss und gelangen durch einen Laubengang auf die Außenanlage. Der Bezug nach Draußen war den Verantwortlichen besonders wichtig. Darum gibt es fast nur bodentiefe Fenster, die die Räume und Flure noch größer wirken lassen, als sie ohnehin schon sind. Farbakzente in den Gängen kennzeichnen für die Kinder die Flächen, auf denen etwas geboten ist - Garderobe, Essensbereich oder Platz zum Spielen.

Neben den Gruppenräumen, die die Erzieherinnen liebevoll eingerichtet haben, gibt es außerdem noch spezielle Bildungs- und Bewegungsräume. So können kreative Köpfe im Atelier ihrer Fantasie freien Lauf lassen und auf Leinwänden malen, sie können mit Werkzeugen basteln und werken, sich in den Leseraum zurückziehen oder im Bewegungsraum austoben. „Der hohe Qualitätsanspruch zieht sich durch das gesamte Gebäude“, sagt Architekt Jürgen Winterkorn.

Wenn die Kinder dann vom Spielen und Entdecken ganz müde sind, können sie sich in den Schlafräumen ausruhen und ein Mittagsschläfchen machen.

Kettnaker, Bernhard + Pechar
Kuttruff Ingenieure
Stadt Tettnang
mlw architekten

Bauen in Rekordzeit

Ein Spielparadies für Kinder ist mit der Kita im Schäferhof in kürzester Zeit entstanden. Im April 2019 haben die Planung begonnen, im Juni war Spatenstich, Ende Januar sind die Kinder eingezogen und ist der Neubau offiziell eingeweiht. Die schnelle Umsetzung ist das Ergebnis guter und zuverlässiger Zusammenarbeit aller Beteiligten. Nicht nur die Bauzeit konnte eingehalten werden - auch die geplanten Kosten von 6,1 Millionen Euro wurden nicht überschritten.

Von Larissa Rusche

TETTNANG -Die Kita im Schäferhof ist in Holzbauweise entstanden - „Ein großer Vorteil bei der kurzen Bauzeit“, sagt Architekt Jürgen Winterkorn. „So konnten viele Elemente vorgefertigt geliefert werden“, erklärt er. Dafür verantwortlich war die Firma Weizenegger Objektbau, die die Kita als Generalübernehmer zu einem Pauschalpreis in Holzbauweise schlüsselfertig ausgeführt hat. Die Firma aus Bad Wurzach hat also die Planung, die Inneneinrichtung und die Gestaltung der Außenanlagen übernommen. Allein an der Fassade befinden sich 6 500 Holzlatten, die eine Strecke von 8,5 Kilometern ergeben und mit 30 000 Schrauben befestigt wurden.
Der Qualitätsanspruch der Stadt an die Kita war sehr hoch, was sich in dem durchdachten Konzept widerspiegelt. Neben dem Eingangsbereich gibt es einen Windfang, in den Eltern Kinderwagen und Co. abstellen und den Tag über dort lassen können. Das Foyer lässt sich durch eine Falttüre kinderleicht vergrößern. So kann auch die dahinterliegende Küche mit in den Raum einbezogen werden.

Der Krippenbereich für die Kinder unter drei Jahren ist vom Foyer abgetrennt. Dadurch können sich die Kinder in ihrem Bereich frei bewegen. Dasselbe gilt für die etwas älteren Kinder im Obergeschoss. Alle Gruppen haben Zugang zur großen Außenanlage. Wer vom Spielen wieder reinkommt, kann seine dreckige Kleidung in der Schmutzschleuse ablegen und dann in die Gruppen- oder Bildungsräume gehen.

Auf den 1800 Quadratmetern haben auch die Erzieher mit einem Besprechungs- und Pausenraum und einer separaten Küche einen Bereich für sich bekommen.

Damit die Kinder und Erzieher mehr Ruhe haben, wurde das Gebäude sehr gut gedämmt. Auf die 26 Zentimeter dicken Bodenplatten des zweiten Stocks kommt noch eine zusätzliche schalldämmende Schicht. Da können die Kinder im ersten Stock dann trampeln, ohne die ruhige Vorlesestunde im Erdgeschoss zu stören.

Zudem ist das gesamte Gebäude mit Fußbodenheizung ausgestattet und hat eine Photovoltaikanlage auf dem Dach.

Der Außenbereich soll im Frühjahr fertig gestellt werden. Dann kommen neben Hochbeeten auch noch ein Gerätehaus und Spielgeräte in den Garten.