Effizient heizen - ein Überblick über die Systeme

Wärmepumpen können über die Regelung im Technikraum oder per App über Smartphone, Tablet oder PC überwacht und bedient werden. FOTODJD/STIEBEL ELTRON
Millionen alte Heizungen in Deutschland verschwenden unnötig Energie und schaden zugleich der Umwelt. Vor allem wenn die Heizung älter als 20 Jahre ist, sollte man über eine neue, moderne nachdenken. Aber welche alternative Heizung macht Sinn? Und: Gibt es die Heizung der Zukunft überhaupt?

Der Heizungsmarkt wird gerne in die Bereiche der „fossilen“ und der „regenerativen“ Technik unterteilt. „Fossil“ bezeichnet in diesem Zusammenhang, dass die Befeuerung mit nichterneuerbaren Kohlenstoffverbindungen erfolgt. Darunter fallen Kohle, Öl oder Gas. Zu den regenerativen Systemen zählt man die Wärmepumpe, Pelletheizungen und Solarthermieanlagen.

Diese Trennung ist allerdings nicht so scharf, wie es erscheint. Denn Brennstoffe wie Erdgas können auch unter Ausnutzung natürlicher oder technischer Prozesse erzeugt werden, während es bei der Wärmepumpe unter anderem darauf ankommt, ob der Betriebsstrom regenerativ erzeugt wurde oder in einem Braunkohlekraftwerk.

Die moderne Heizung gibt es nicht, denn in allen genannten Bereichen hat die Entwicklung nicht Halt gemacht. Nur weil eine Heizung fossil befeuert wird, gehört sie nicht automatisch zum alten Eisen. Betrachten wir also die gängigen Heiztechniken und sehen, was eine moderne Heizung ausmacht.
    
Wer eine alte Heizanlage austauschen will, kann zwischen vielen technischen Alternativen wählen. FOTO: DJD/E.ON
Wer eine alte Heizanlage austauschen will, kann zwischen vielen technischen Alternativen wählen. FOTO: DJD/E.ON
Bereits in den siebziger Jahren hat man als Reaktion auf die Ölkrise begonnen, die alten Standardkessel aufzuwerten. Der Niedertemperaturkessel entstand. Er arbeitete mit niedrigeren Temperaturen und passt sie gleitend und bedarfsorientiert an. So verbrauchte er deutlich weniger Energie als sein Vorgänger.

Der aktuelle Stand der Technik ist die Brennwertheizung, die in den späten Achtzigern und frühen Neunzigern verstärkt auf den Markt gebracht wurde. Sie arbeitet mit noch niedrigeren Temperaturen und entzieht sogar die Wärme aus den Verbrennungsabgasen, die ansonsten ungenutzt durch den Schornstein verloren gehen würde. Im Bereich der Warmwasserheizung mit Öl- oder Gasbrennwert ist die Brennwertheizung die moderne Heizung schlechthin und dementsprechend in Neubauten bereits Standard. Die Installation einer Brennwertheizung im Altbau wird durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) nicht gefördert. Hier ist eine Kombination mit einer Solarthermieanlage erforderlich.

Eine alternative Heizung zu den obigen Beispielen ist die Pelletheizung. In den achtziger Jahren bereits in den USA und Schweden bekannt, hat das vollautomatische Heizen um die Jahrtausendwende in Deutschland Einzug gehalten. Auch hier gibt es verstärkt Brennwertgeräte auf dem Markt. Die technische Entwicklung konzentriert sich vor allem auf die Erhöhung der Zuverlässigkeit der Komponenten und der einfacheren Wartung. Die Pelletheizung ist insofern eine moderne Heizung, da der Brennstoff nicht nur preiswert, sondern auch nachwachsend ist und somit vergleichsweise geringe CO2-Emissionen erzeugt. Deswegen wird sie durch öffentliche Geldgeber wie das BAFA mit Zuschüssen gefördert.

Auch die Wärmepumpe ist ein überraschend altes Konzept. Während sie in den neunziger Jahren in Deutschland ihren Durchbruch erlebte, ist die Technik als solche bereits seit der Hälfte des 20. Jahrhunderts in den USA und in Schweden im Einsatz. Erste Prototypen gab es schon im 19. Jahrhundert, zum Beispiel in der Schweiz und in Österreich. Zwischen den Wärmepumpen von damals und heute liegen allerdings Welten, was die Effizienz angeht. Besonders die Leistungszahl (COP), die das Verhältnis zwischen Wärmeleistung und der erforderlichen Energie angibt, ist in den vergangenen Jahrzehnten verbessert worden. Ebenso wie die Pelletheizung wird die Wärmepumpe mit öffentlichen Geldern gefördert. Eine besonders erwähnenswerte Entwicklung ist, dass die Wärmepumpe zunehmend in Kombination mit Photovoltaikanlagen gefahren wird. So gewinnt man einen Teil des Betriebsstroms der Wärmepumpe umweltfreundlich selbst und spart Stromkosten.

Die Solarthermie ist ein weiteres altbewährtes Konzept, das in den vergangenen Jahrzehnten besondere Aufmerksamkeit erfahren hat. Eine Solarthermieanlage gewinnt Wärme aus der Sonneneinstrahlung. Als alleiniges Heizsystem ist eine Solarthermieanlage nicht ausreichend. Sie ist aber ein bewährtes Unterstützungssystem, das man mit allen anderen Heiztechniken kombinieren kann, solange man ein geeignetes Dach und einen Pufferspeicher besitzt.

Auch bei der Kraft-WärmeKopplung hat sich viel getan. Während größere Blockheizkraftwerke (BHKW) bis im Megawattbereich schon lange gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen, ist die Technik inzwischen auch für Mehrfamilienhäuser oder Gewerbeimmobilien attraktiv geworden (Mini-BHKW). Seit Kurzem werden auch Lösungen angeboten, die sich für Einfamilienhäuser und kleine Objekte eignen sollen. Sie werden als Mikro-BHKW oder „Stromerzeugende Heizungen“ bezeichnet.

BHKW können ein breites Spektrum an Brennstoffen nutzen. Während Öl- oder Gas-BHKW lange im Einsatz sind, treten zunehmend Varianten auf, die Pellets verwenden. Auch BHKW mit Brennstoffzelle befinden sich bereits als alternative Heizung in Feldtests. Da die kombinierte Strom- und Wärmebereitstellung gegenüber der getrennten Erzeugung Energieverschwendung vermeidet, qualifiziert sich die Kraft-Wärme-Kopplung als moderne Heizung und wird über das KWK-Gesetz entsprechend gefördert.

Die Entscheidung zwischen den verschiedenen Systemen ist nicht einfach. Wie man am besten vorgeht, wenn eine moderne Heizung angeschafft werden soll, lesen Sie unter www.heizungsfinder.de.

Thorben Frahm, Redakteur bei www.heizungsfinder.de/ks