Fasnetseröffnung in Obermarchtal

Traditionell führen der Schloßgeist und sein Gefolge das nächtliche Spektakel in Obermarchtal an. FOTO: BURGHART
Wenn am Samstag, 25. Januar, laute „Narri-Narro“-Rufe durch Obermarchtal schallen, dann ist es wieder soweit: Der Obermarchtaler Schlossgeist und in seinem Gefolge Narrenräte, Turmfratzen, Fledermäuse, Klosterklemmer und Hexen vom Stoi rüsten sich für die Fasnetsaison. Narrenmesse, Narrenbaumstellen, Schloßgeistsuche, Henkersmahlzeit und Umzug stehen auf dem närrischen Programm.

OBERMARCHTAL - Am Beginn des närrischen Spektakels steht in Obermarchtal in jedem Jahr die „Messe von Narren und für Narren“ im Münster. Die wird ab 15 Uhr wieder Pfarrer Gianfranco Loi, heuer unter dem Motto „Glück“, zelebrieren. Gute Tradition ist auch der „Marchtaler Fasnetschor“, den Barbara Tress leitet und der die Messe zum Auftakt des Obermarchtaler Fasnetstags auch in diesem Jahr musikalisch gestalten wird.

Nach der Schloßgeistsuche ziehen die Narren durch’s Dorf

Nach der Messe wird gegen 16.30 Uhr der Narrenbaum auf dem Marktplatz aufgestellt. Wie gewohnt werden sich die Obermarchtaler Narren und Obernarren dabei die Finger nicht schmutzig machen. In diesem Jahr werden Altlacha-Hexa und Schopfboale aus Untermarchtal die schweißtreibende Arbeit übernehmen und den Narrenbaum, musikalisch unterstützt von der heimischen Musikkapelle, in die Senkrechte bringen. Und wenn der große Baum steht, wird unter den Klängen des Obermarchtaler Narrenmarsches wieder der Kinder-Narrenbaum am Kindergarten aufgestellt.

Während sich Obermarchtals Zunftmeister Florian Siegle danach mit den Obernarren der Gastzünfte des späteren Umzugs zum Zunftmeisterempfang im „Saal über dem Museum“ trifft, wartet ab 17 Uhr auf „normale Narren“ die traditionelle Obermarchtaler Henkersmahlzeit in der Turn- und Festhalle.

Beim Empfang der Zunftmeister werde Bürgermeister Martin Krämer seine zweite Narren-Ansprache halten, sagt Florian Siegle. „Nach seinen ersten zaghaften schwäbischen Worten im letzten Jahr, erwarten wir heuer schon etwas mehr närrische Mundart“ . Bereits im Vorfeld haben die beiden „Zunftköche“ Lothar Gaupp und Dieter Löffler wieder mehrere hundert Portionen „Gröschts - die Marchtaler Leibspeise“ gekocht, die zur Henkersmahlzeit in der Turn- und Festhalle kostenlos an die Besucher ausgegeben werden.

So gestärkt können sich Obernarren, Narren und Zuschauer um 19 Uhr der „Schlossgeistsuche“, als nächstem närrischen Akt der Obermarchtaler Fasnetseröffnung zuwenden. Ausgerüstet mit Fackeln werden Narrenräte ins Kloster marschieren, um sich in den Klostermauern wieder auf die nächtliche Suche nach dem Schlossgeist zu machen. Wenn der Obermarchtaler Obernarr gefunden ist, wird er mit den Narren und unter den Klängen des Fanfarenzugs Obermarchtal zum Rathaus ziehen, um vom Bürgermeister die Übergabe der Rathausschlüssel zu fordern. Bis zur Verurteilung des Schlossgeistes am Fasnetsmontag regieren dann in Obermarchtal die Narren. Und kaum, dass „das Regiment über Marchtal“ übernommen ist, rüsten sich „dr Schlossgeist“ und in seinem Gefolge Narrenräte, Turmfratzen, Fledermäuse, Klosterklemmer und Hexen vom Stoi für den anschließenden Umzug durch das Dorf.

Vom Marktplatz wird der närrische Gaudiwurm über den Stangenberg und „am Kreuz vorbei“ zur Turn- und Festhalle ziehen. Angeführt von der Obermarchtaler Musikkapelle marschieren die Gastgeber mit dem Schlossgeist und dem soeben eroberten Rathausschlüssel voran.

Dann folgen Gastzünfte aus der Vereinigung Freier Oberschwäbischer Narrenzünfte - VFON und aus der VG Munderkingen. Mit dabei sind die Narren aus Untermarchtal, die am Nachmittag den Narrenbaum aufgestellt haben, Spittlnarren aus Munderkingen, Schnecken und Wolfstalbären aus Lauterach, Fetzasprenger und Dura-Hexa aus Emerkingen und Schlossberghexa aus Oberstadion. Mit schmissigen Klängen kündigt sich zwischendurch der Obermarchtaler Fanfarenzug an. Mit „Mäck, Mäck, Mäck-Mäh“ grüßen die Narren aus Hayingen das Publikum, „Rälle Hui“ rufen die Zwiefalter ins närrische Publikum und mit „Autze Bautze“-Rufen zieht die Narrengruppe Urmel aus Hohenstein durch das nächtliche Obermarchtal. Die Narrengesellschaft Oberdischingen wird genauso ihre Visitenkarte bei den Obermarchtaler Narren abgeben, wie die Donau-Ratzen aus Öpfingen, Deich-Uschla aus Granheim und Druden aus Griesingen.

Wenn das nächtliche Spektakel in den Straßen Obermarchtals vorbei ist, geht das Narrenfest aber auf der „närrischen Feiermeile“ weiter. In Partyzelten, Besenwirtschaften, Garagen-Bars, Vereinsheimen, Lokalen und in der Halle kann ausgiebig die Obermarchtaler Fasnet gefeiert werden. KH Burghart
 

Info

Alle Informationen zu den Fasnetsterminen der Obermarchtaler Narren sind im Internet zu finden unter www.narrenzunft-obermarchtal.de.