Vorstellung der Bauinnung Lindau

Natürlicher Schlafkomfort: Massivholzmöbel aus nachhaltiger Forstwirtschaft holen die Natur buchstäblich ins eigene Schlafzimmer. FOTO: DJD/VOGLAUER MÖBELWERK

Thomas Lehnert ist seit 2011 Obermeister der Bauinnung Lindau. In dieser Position vertritt er die Interessen der 16 Betriebe im Landkreis, die Mitglied in der Innung sind. Im Interview spricht er über die Entwicklung, die Trends und die Herausforderungen des Handwerks.

Von Viktoria Benz

Herr Lehnert, welche Vorteile bietet die Mitgliedschaft in der Innung?

Unternehmenserfolg ist Maßarbeit – gerade am Bau. Der Landesverband Bayrischer Bauinnungen, welcher für den Landkreis Lindau zuständig ist, unterstützt uns Innungsbetriebe dabei, sich im Wettbewerb durchzusetzen. Uns werden Juristen und Ingenieure zur Seite gestellt, die über laufende Gesetzesänderungen und Rechtsprechungen im Baurecht, Arbeitsrecht und weiteren relevanten Gebieten umfassend informieren.

Was bieten Sie hier vor Ort für die Innungsmitglieder?

Das Gesellige soll neben dem Arbeiten nicht zu kurz kommen. Einmal im Jahr wird daher ein Innungsausflug organisiert, bei welchem große Baustellung oder architektonisch interessante Gebäude besichtigt werden. Ein gemeinsames Neujahrsessen sowie die Innungsversammlungen runden den geselligen Teil ab. Weiterhin werden zur Stärkung unserer Mitglieder im Alltagsgeschäft laufend Infoveranstaltungen wie zum Beispiel zum Thema „Digitalisierung BIM im Handwerk“ organisiert und angeboten. Wir veranstalten jedes Jahr eine Berufsoffensive für Nachwuchswerbung mit allen Handwerksberufen. Weitere aktuelle Informationen, die das Baugewerbe betreffen und für die Mitgliedsbetriebe von Bedeutung sein könnten, werden in Form von Broschüren und E-Mails weitergegeben.

Wie hat sich das Bauhandwerk entwickelt?

Das Bauhandwerk wird sich auch in Zukunft immer weiter entwickeln. Die Zeiten des Steine- und Mörtelschleppens sind schon lange vorbei. Aufgrund der immer anspruchsvolleren Baustellen, sowie der Tatsache, dass Fachkräfte fehlen, werden Hightech-Maschinen und entsprechende digitale Produktionstechniken ausgebaut.

Welche Trends lassen sich innerhalb der Baubranche beobachten?

Der Trend, dass sich potentielle Kunden bereits im Vorfeld über das Internet informieren, ist allgegenwärtig. Dabei wird jedoch oftmals vergessen, dass jedes Bauwerk, und wenn auch nur in kleinsten Details, sich vom anderen unterscheidet. Im Internet lässt sich nicht die Pauschallösung finden und eine intensive Recherche hinterlässt den Bauherren oftmals noch unsicherer. Weiterhin lässt sich ein Trend bezüglich Pauschalangeboten im Bereich Rohbau und Schlüsselfertiges Bauenbeobachten.

Auch das stressfreie Bauen mit Ansprechpartner und die dadurch vorhandene Kostensicherheit können hier als Grund mit angeführt werden.

Was sind die Herausforderungen der Zukunft in dieser Branche?

Die größte Herausforderung die nächsten Jahre wird es sein, dem demographischen Wandel und dem damit einhergehenden Schwund an Auszubildenden und Fachkräften bestmöglich entgegenzuwirken. Das Bau- und Ausbauhandwerk nimmt mit über 70 Prozent Umsatzanteil am gesamten Baugewerbe in Deutschland eine Schlüsselrolle für die gesamtwirtschaftlichen Investitionen ein. Arbeit für die Zukunft gibt es folglich genug.

Wie ist die Nachfrage zu diesem Beruf?

Entsprechend der Auftragslage und den sich daraus ergebenden Möglichkeiten für die jungen Leute in der Zukunft, leider zu gering.

Welche Fortbildungsmöglichkeiten gibt es?

Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung sind den Möglichkeiten zur Weiterbildung beispielsweise in Richtung Vorarbeiter oder Werkpolier keine Grenzen gesetzt. Des Weiteren legt eine Ausbildung als Maurermeister oftmals den Grundstein für den Weg in die Selbstständigkeit. Auch ein Studium im Bereich des Bauingenieurwesens oder Architektur lässt sich gut mit dem Bauhandwerk verbinden.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf?

Ich bin Maurer aus Leidenschaft. Geprägt durch meinen Großvater und meinen Vater, wurde mir der Bau sozusagen in die Wiege gelegt. Der Kontakt mit Menschen, die Verantwortung Entscheidungen zu treffen, Kreativität und die Liebe zu meinem Handwerk sind die Gründe, die meinen Beruf ausmachen und die mich jeden Tag in meiner Entscheidung, Handwerker geworden zu sein, bestätigen. geworden zu sein, bestätigen. Mir gefällt, dass am Ende des Tages ein Fortschritt bzw ein Ergebnis meiner Arbeit sichtbar ist. Wir schaffen z. B ein neues Zuhause für junge Familien, öffentliche Gebäude wie Schule, Kindergärten ......

Was muss man für den Beruf mitbringen?

auch im Freien, Teamfähigkeit, Kreativität, mathematische Grundkenntnisse, räumliches Denken und Vorstellen, Umgang mit Kunden und Architekten.

Bauberufe

Maurer/innen

... stellen Rohbauten für Wohn- und Geschäftsgebäude her. Zunächst betonieren sie das Fundament, dann mauern bzw. betonieren sie Außen- und Innenwände sowie Geschossdecken oder montieren diese aus Fertigteilen.

Beton- und Stahlbetonbauer/innen

... bauen Beton- und Stahlbetonkonstruktionen, z.B. für Brücken, Hallen und Hochhäuser.

Zimmerer und Zimmerinnen

... bauen Holzhäuser und Dachstühle oder nehmen Innenausbauten vor.

Straßenbauer/innen

... bauen Haupt- und Nebenstraßen, Geh- und Fahrradwege, Fußgängerzonen sowie Autobahnen und Flugplätze.

Rohrleitungsbauer/innen

... stellen Rohrleitungssysteme für Wasser, Gas, Öl oder Fernwärme her und warten diese.

Trockenbaumonteure und -monteurinnen

... verkleiden Wände und Decken mit Holz, Kunststoff oder anderen Werkstoffen und stellen die erforderlichen Unterkonstruktionen her.

Fliesen-, Platten- und Mosaikleger/innen

... verlegen Fliesen, Platten und Mosaike und verkleiden damit Wände, Böden und Fassaden.

Stuckateure und Stuckateurinnen

... geben Häusern und Räumen ihr individuelles Aussehen, sei es im Innenausbau oder bei der Arbeit an der Fassade.

Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer/innen

.... bauen beim Neubau oder bei der Sanierung von Gebäuden Dämmschichten in Fassaden, Wände und Decken ein.

Asphaltbauer/innen

... bereiten spezielle, auf die zukünftige Belastung abgestimmte Asphaltgemische wie etwa Gussasphalt vor.

Kanalbauer/innen

.... verlegen Rohre aus Beton, Steinzeug, Kunststoff und Metall.

Ausbaufacharbeiter/in

... führen je nach Ausbildungsschwerpunkt Zimmer- oder Stuckarbeiten aus, verlegen Estrich, Fliesen oder Platten, dämmen und isolieren oder montieren Trockenbauelemente.

Hochbaufacharbeiter/innen

.... im Schwerpunkt Maurerarbeiten stellen Mauerwerk her, betonieren Wände und Decken oder bauen Stahlbetonfertigteile ein. Zudem bringen sie Wärmedämmungen an und verlegen Estriche.

Tiefbaufacharbeiter/innen

... führen je nach Ausbildungsschwerpunkt Straßen-, Rohrleitungs-, Kanal-, Gleis-, Brunnenoder Spezialtiefbauarbeiten aus.