Zunft mit Tradition feiert

„Narri - Narro“ - so schallt es seit nunmehr 70 Jahren durch die Straßen, wenn die Schussenbole aus Kehlen unterwegs sind. Das Jubiläum feiert die Narrenzunft Kehlen am Samstag, 25. Januar, mit einer XXL-Dorffasnet und einem Jubiläumsumzug.

KEHLEN - Die große Narretei startet am 25. Januar in Kehlen um 10 Uhr mit dem Zunftmeisterempfang in der Karl-Brugger-Halle.

Das Narrenbaumstellen um 13 Uhr am Dorfgemeinschaftshaus eröffnet die Fasnetssaison der Schussenbole dann offiziell - und schon steht der große Jubiläumsumzug ab 14 Uhr an. 4600 Maskenträger, Musikanten und Vertreter aus mehreren Vereinen werden erwartet. Den Zuschauern wird also ein bunter und vielfältiger Umzug präsentiert. Der Umzug führt über die Max-Eyth-Straße, Eichelen, Wasenweg, Hügelstraße, Pestalozzistraße hin zur Karl-Brugger-Halle.
  
Um den Umzug genießen zu können, brauchen Besucher das Umzugsabzeichen, das es für drei Euro zu kaufen gibt. Übrigens der einzige kostenpflichtige Teil während des gesamten Jubiläums.

Damit die Zuschauer den Überblick über die verschiedenen Zünfte und Teilnehmer nicht verlieren, gibt es entlang der Strecke mehrere Moderationsstellen. Außerdem sind Zelte mit Verpflegung aufgebaut, sodass man bis zum Ende des Umzugs gegen 17 Uhr weder Hunger noch Durst leiden muss.

Auf dem Festgelände am Umzugsende steigt dann die XXL-Dorffasnet mit vielseitigem Programm. Dafür öffnen mehrere Lokalitäten ihre Türen. In der Halle werden verschiedene Lumpenkapellen sowie verschiedene Tanzgruppen den ganzen Tag über auftreten. In den Pausen wird ein DJ für Stimmung sorgen - ebenso wird in der Kellerbar ein DJ sein. Zusätzlich veranstalten die Landgaststätte „Goisbock“, das Vesperstüble und das SVK Vereinsheim ihre Hausbälle. Außerdem gibt es ein Kinder- und Familienzelt.
  
Mit diesen Angeboten werden der Jubiläumsumzug und die Dorffasnet zu den größten in der Region zählen - denn von 14 Uhr bis tief in die Nacht hinein ist für alle etwas geboten. All das lässt sich nur mit guter Zusammenarbeit und großem Zusammenhalt im Verein stemmen. Eigenschaften, die die Narrenzunft auszeichnen. Mit 300 aktiven und passiven Mitgliedern sowie Kindern ist die Narrenzunft ein Verein mit langer Tradition für Jung und Alt, der zu den Gründungsmitgliedern des allemanischen Narrenrings zählt.

Zusätzlich gehört eine großartige Garde mit 14 jungen Mädels zur Zunft, die nicht nur tänzerisch sondern auch akrobatisch richtig was drauf haben. Auch die Kleinsten werden schon in der Frazengarde spielerisch ans Tanzen herangeführt und zeigen ihr Können an verschiedenen Kinderbällen in der Region. lar
  

Die Anfänge

Im Februar 1950 leitete erstmals ein Elferrat die Fasnet. In den Büttenreden wurden die Geschehnisse aus der Gemeinde und weiteren Heimat lebendig. Sie wurden jedes Mal mit Spannung erwartet. Die Büttenredner sagten freimütig ihre Meinung heraus und glossierten mit spritzigem Mutterwitz und sanftem, niemals verletzenden Humor, die lokalen Ereignisse. Die Musikkapelle mit ihrem damaligen Dirigenten Albert Kühnle hielt die Besucher mit den neuesten Schlagern im Bann. So wurde Rumba und Samba getanzt bis in den Morgen. Als erster Präsident fungierte Otto Wiegele, der von 1950 bis 1976 die Geschicke der Zunft lenkte.