Jubiläumsumzug mit 2000 Teilnehmern

„Burra – Weible!“ Die Einharter Burrenweible-Zunft hat (mit Kindern) rund 55 aktive Mitglieder. FOTO: ZUNFT

50 Jahre und kein bisschen müde – am Freitag, 17. und am Samstag, 18. Januar feiert die „Burrenweible-Zunft Einhart e.V.“ ihren 50. Geburtstag. Zum Jubiläumsumzug am Samstag mit 29 Gruppen werden über 2000 Hästräger und Musiker erwartet. Darauf ein dreifaches „Burra – Weible!“ 

OSTRACH-EINHART - Los gehen die Jubiläumsfeierlichkeiten der „Burrenweible-Zunft Einhart e.V.“ am Freitagabend, 17. Januar um 17.30 Uhr mit dem Narrenbaumstellen. Während die Einharter ansonsten alljährlich den Mengener Narrenfreunden den Narrenbaum stellen, läuft es dieses Mal andersrum: Die Mengener Narrenzunft Ditzelede ist vor Ort, um den Einhartern den „Narrabomm“ zu verpassen. Der stammt übrigens aus dem Mengener Stadtwald und wurde den Einhartern vom Mengener Bürgermeister Stefan Bubeck spendiert, erzählt das Zunftmeister-Doppel Barbara Gugler und Bernd Strobel.

Ab 18.30 Uhr führen die Einharter Narren dann ihr „Burrenweible-Spiel“ auf dem Platz vor der Kirche St. Nikolaus auf. Das Besondere: Das „Burrenweible-Spiel“ wird nur alle fünf Jahre gezeigt. Bei dem rund eine dreiviertel Stunde dauernden Spiel wird die Legende der geizigen Burgfrau erzählt, die als Vorbild für das Burrenweible, die namensgebende Hauptfigur der Einharter Zunft, herhalten muss.

Und die geht so: Als Not und Elend im 17. Jahrhundert am größten waren, erwies sich eine im benachbarten Burrenwald residierende Burgfrau trotz voller Scheunen als hartherzig und geizig gegenüber jedermann. Hungrige Bettler bekamen statt Nahrhaftem einen Platzverweis von ihr. Einer dieser Bettler nun verfluchte die Burgfrau übelst, bevor er den Hungertod erlitt. Laut Fluch musste sie nach ihrem Tod nun so lange herumgeistern, bis ihr ein Mensch ein Stück Brot abnimmt. Ob das schon geschah und das Burrenweible somit von seinem Fluch erlöst ist, darüber kann maximal spekuliert werden.

Um 19.30 Uhr geht dann die Fasnetsparty in der Kiesgrube, wo ein großes Zelt aufgestellt ist, los. Dort gibt’s Fasnetsstimmung und jede Menge guter Laune mit „DJ Tropicana“.

Am Samstag, 18. Januar, geht’s mit dem Zunftmeisterempfang ab 11 Uhr im Schulgebäude weiter. Um 15 Uhr setzt sich dann der große Jubiläumsumzug durch den Ort in Bewegung. Neben zahlreichen Zünften „aus dr Gegend“ jucken auch die Katzastrecker aus Blaustein, der Narrenbund Neuhausen, die Narrenzunft Obermarchtal, die Narrenzunft Burladingen und die Narrenzunft Leupolz mit.

Anschließend geht die Fasnetsparty weiter. Zum einen im Zelt in der Kiesgrube, wo wieder „DJ Tropicana“ aufspielt, zum anderen im Weithartsaal, wo „DJ Magge“ zur Oldie-Party lädt.

Und dann sind die tollen Jubiläumstage auch schon wieder vorbei und die „Burrenweible Zunft Einhart e.V.“ schwenkt wieder in die „normale“ Fasnet ein. CHRISTIAN SCHWARZ

Burrenweible: Highlights aus 50 Jahren

Das Burrenweible ist die Hauptfigur der Einharter Fasnet. In der Maske kommt der Geiz der Burgfrau besonders durch das spitze Kinn und die lange Nase, zum Ausdruck. FOTOS: DORNER/ZUNFT
Das Burrenweible ist die Hauptfigur der Einharter Fasnet. In der Maske kommt der Geiz der Burgfrau besonders durch das spitze Kinn und die lange Nase, zum Ausdruck. FOTOS: DORNER/ZUNFT
EINHART - 1969 hatte eine Gruppe Einharter die Idee, die Fasnet im Ort, die seit 1740 belegt ist, besser zu organisieren und die Sage um das Burrenweible mit Leben zu füllen.

Im Mai 1970 fand dann die Gründungsversammlung der Burrenweible-Zunft statt.

Der damalige Bürgermeister Josef Briem war der Initiator und wurde zum ersten Zunftmeister gewählt, sein Stellvertreter wurde Fritz Wetzel. Ebenfalls noch 1970 wurden das „Burrenweible“ als Einzelmaske (heute gibt es zwei davon) und der „Weithart-Geselle“ (auch „Weithart-Jäger“) als Begleitmaske des Burrenweibles, entworfen und hergestellt. In der Fasnet 1971 rückte die neue Zunft erstmals mit ihren Masken und Häsern aus.

1973 fand dann die Uraufführung des Burrenweible-Spiels statt, das der damalige Einharter Lehrer Horst Pleyer als Bühnenstück geschrieben hatte. Und bereits 1974 wurde die Burrenweible-Zunft in die VFON (Vereinigung Freier Oberschwäbischer Narrenzünfte) aufgenommen.

1976 stellte die Burrenweible-Zunft erstmals den Narrenbaum bei den Narrenfreunden in Mengen, ein Brauch, der bis heute gepflegt wird.

1982 trat dann das Kräuterweible zum ersten Mal in der Fasnet auf, eine weitere Begleitfigur, die das Waldelement betont. 1983 wurde die Zunft ein eingetragener Verein.
  
Mit Weithart-Geselle, Kräuterweible und dem Weithart-Räuber namens „Roter Hans“ (v.l.) hat die Burrenweible-Zunft drei weitere sehr originelle Masken geschaffen.
      
1991 wurde der Narrenruf „Burra Weible lätz, lätz, lätz – Burraweible gägs, gägs, gägs“ zu „Burra – Weible“ vereinfacht. 2003 erschien dann mit dem „Weithart-Räuber“ die vierte und bisher letzte Einharter Maskengruppe in der Fasnet. Der „Rote Hans“ aus Mottschieß war ein Raub- und Mordgeselle, der zur Bande des Schwarzen Vere gehörte und schließlich vom Förrster Konrad Wanner, dem er die Frau ausspannen wollte, erlegt wurde. CSC