„Brot her – d‘Burnegger sind do“

Die Narrenzunft Bodnegg lädt herzlich ein zum großen ANR-Freundschaftstreffen. 
Die Narrenzunft Bodnegg startet mit einem besonderen Highlight in die diesjährige Fasnet: Von Samstag 11. bis Sonntag 12. Januar findet das große ANR-Freundschaftstreffen statt. Mit diesem feiert die Narrenzunft Bodnegg das 40-jährige Jubiläum. 

Von Rosa Laner 

BODNEGG - Am 11. Januar ist ein Ehrengastempfang für geladene Gäste. Am 12. Januar um 13.30 Uhr findet der große Narrensprung statt. Zunftmeisterin Sylvia Uber beantwortet hierzu einige Fragen.
 
Zunftmeisterin Sylvia Uber.
Zunftmeisterin Sylvia Uber.
Frau Uber, muss sich eine Zunft für ein Freundschaftstreffen bewerben oder wie läuft das im Vorfeld ab?

Ja, man muss sich zwei Jahre vorher beim Alemannischen Narrenring (ANR) bewerben. Es gibt immer nur ein Freundschaftstreffen in einer Region. Solche Freundschaftstreffen sollen der Bevölkerung ein Bild des Alemannischen Narrenrings vermitteln.

Steht das Freundschaftstreffen in Zusammenhang mit dem 40-jährigen Bodnegger Zunftjubiläum?

Ja, denn nur bei Jubiläen kann eine Zunft ein Freundschaftstreffen beantragen. Sonst wäre es nichts Besonderes mehr.

Wie viele Zünfte kommen zum großen Narrensprung?

Wir haben ca. 45 bis 50 Zünfte des ANR und dazu die Musiken eingeladen, insgesamt sind es rund 70 Laufnummern. Auch fünf freie Zünfte sind dabei. Für diese ist es eine besondere Ehre, daran teilzunehmen. Alle sind unserer Einladung gerne gefolgt.
 
Vize Zunftmeister Klaus Schreibmüller. FOTOS: NARRENZUNFT BODNEGG / SZ-ARCHIV 
Vize Zunftmeister Klaus Schreibmüller. 
FOTOS: NARRENZUNFT BODNEGG / SZ-ARCHIV 
Wie bewältigen Sie das?

Wir bewirten in der Festhalle und in einem großen Narrenzelt. In der Festhalle gibt es auch eine Cafébar mit selbstgebackenen Kuchen. Der Narrensprung am Sonntag ist ja eh in den Straßen. So ist buntes Treiben drinnen und draußen im Ort.

Wie wird gefeiert?

Am Samstagabend ist der Ehrengastempfang für geladene Gäste mit Brauchtumsvorführungen. Es gibt auch Ehrungen, die sind aber eine Überraschung. Am Sonntag wird gefeiert mit dem großen Narrensprung. Alle Freundschaftstreffen müssen vom Verband aus Brauchtumsvorführungen, Ehrengastempfang und Narrensprung beinhalten.
 
„Brot her – d‘Burnegger sind do“ Image 1
Wie umfangreich ist die Organisation?

Das kann man nicht in Zeit fassen. Wir planen schon seit zwei Jahren. Es gab Treffen mit Vorständen des ANR und auch mit Jürgen Hanser, dem Oberzunftmeister Allgäu.

Wer hilft mit?

Die Gemeinde Bodnegg unterstützt uns voll und ganz und stärkt uns den Rücken. Bauhof, Feuerwehr und allen, die helfen ein großes Lob. Vize Zunftmeister Klaus Schreibmüller unterstützt mich sehr. Und alle aktiven und passiven Zunftmitglieder und die Gönner der Zunft helfen super mit. Ohne sie alle wäre es nicht denkbar.
 
„Brot her – d‘Burnegger sind do“ Image 2
Seit wann sind Sie Zunftmeisterin?

Seit 18 Jahren.

Was ist für Sie das Schöne an diesem Amt?

Brauchtum und Tradition zu leben macht mir Spaß.

Was wünschen Sie für die kommenden Jahre?

Um weiterhin Tradition und Brauchtum an der Fasnet leben zu können, wäre es schön, wenn die Reglementierungen gelockert werden. Und ich wünsche mir zahlreiche Zuschauer, die unser Treffen und die teilnehmenden Narren unterstützen. Es gibt am Narrensprung nichts Schöneres, als wenn viele Leute Narrensprüche rufen und die Narren den Kindern Gutsle zuwerfen können.
 

Die Narrenzunft Bodnegg

Ein Blick in die Historie, entnommen der Homepage www.narrenzunft-bodnegg.de

Gefeiert wurde in Bodnegg schon immer gerne. Dieser Tradition nahm sich ein Kegelclub an, baute eine Kegelbahn auf einen Festwagen und besuchte die Rosenmontagsumzüge in Ravensburg und Wangen. Doch ohne geschichtlichen Aufhänger fühlten sich die Vereinsmitglieder inmitten der anderen Zünfte bald nicht mehr wohl, also suchten sie in den Annalen der Gemeinde nach einer Grundlage.

Wenn man der mündlichen Überlieferung Glauben schenkt, so haben die „Burnegger“ nach getaner Arbeit, vor allem beim Brot, kräftig zugelangt. Arbeit bedeutete damals unter anderem die Teilnahme an den Kreuzgängen zu den umliegenden Nachbargemeinden. Die Leute nahmen die Mühsal langer Bittprozessionen in Kauf, um sich dann in den Gasthäusern dem leiblichen Wohl zu widmen. Dabei wurden die Brotkörbe in kürzester Zeit geleert, so dass des Öfteren der Spruch zu hören war: „Brot her - d' Burnegger sind do“. Diese geschichtlichen Hintergründe nahmen sich die Bodnegger zum Vorbild und gründeten 1980 die „Burnegger Brotfresser“. Gründer und erster Vorstand war Franz Fischer. Das Häs bestand aus einem weißen Hemd, das mit Brotmotiven bedruckt war. Als Maske diente ein auf der Rückseite ausgehöhlter Brotlaib. Die Augen und der Mund wurden ausgestochen, als Nase wurde ein Stück Brezel oder Seele angeklebt. Die Maske wurde dann mit Hut oder Kopftuch ergänzt.

1982 wurden die Masken über einer Gipsform und nach Fantasie des Trägers gebacken. Die Masken bekamen dabei einen dämonischen und urigen Ausdruck. Nach dem bedruckten Hemd folgte ein orangener Overall mit aufgeklebten braunen Brezeln, jedoch mit gleicher Maske.

Im Jahre 1987, mit neuem Zunftmeister Magnus Pfleghar, wurde ein neues Häs entworfen mit Hilfe von Jürgen Hohl. Danach stellte Häswart Siglinde Pfleghar nach dessen Entwürfen ein Frauen- und Männerhäs vor, das einstimmig von den Mitgliedern angenommen wurde. Die Häser wurden von den Mitgliedern unter Anleitung des Häswarts im Nähsaal der Schule genäht. red