Zwei Märkte beleben Sigmaringen

Mittelalter- und Weihnachtsmarkt ziehen tausende Besucher an – Fortsetzung soll folgen

Eine Reise in die Vergangenheit: Beim Mittelaltermarkt gibt es Speisen, Getränke und Kunsthandwerk wie in früheren Zeiten. Archivfoto: Warnack
Mit dem Mittelaltermarkt im Prinzengarten und dem Weihnachtsmarkt auf dem Karlsplatz beleben zwei neue Feste das Sigmaringer Stadtleben. Mehrere Tausend Besucher kommen zu den Veranstaltungen – beide sollen auch 2020 fortgesetzt werden.

Von Mareike Keiper

SIGMARINGEN - Eine Reise in die Vergangenheit ermöglicht der Mittelaltermarkt, der im September stattfindet. In einem abgezäunten Areal im Prinzengarten veranstalten Turba Events den Markt. Diverse Stände bieten handgemachte Kunst an und auch die Speisen und Getränke erinnern an die vergangene Zeit, seien es Dinnete aus dem Holzofen oder süßer Honigwein. Doch das ist nicht alles: Auch ein Ritterturnier, bei dem verschiedene Reiter um Sigmaringen kämpfen, gehört zur Veranstaltung. Der Bösewicht, Ritter Targo aus den Karpaten, kämpft gegen die guten Ritter Tristan, Arthur und Gottfried.

Beschwerden über den Eintrittspreis

Doch es gibt nicht nur positive Kritik. Unter den Besuchern gibt es Beschwerden über die Eintrittspreise und die langen Schlangen an den Getränkeständen – lediglich zwei versorgen auf dem Gelände die Besucher mit Bier, Wein und Softdrinks. Künftig soll es mehr dieser Stände geben, verspricht Edwin Ball, Pressesprecher von Turba Events, die auch andernorts Mittelaltermärkte organisieren. Die Beschwerden über die Eintrittspreise weist er aber von sich: „Sie müssen mal überlegen, was Sie hier eigentlich geboten kriegen: Bis zu zwölf Stunden Alltagsflucht und Zeitreise in eine vergangene Epoche für neun Euro fünfzig.“ Verglichen mit einem Abend im Kino sei das noch günstig.


Weil die Veranstaltung so erfolgreich ist, soll es auch im nächsten Jahr weitergehen. Das zumindest hat der Veranstalter vor. Details werden noch mit der Stadt und dem Schlossbetrieb besprochen. Geht es nach den Besucherzahlen – rund 7000 Menschen besuchen den Markt – spricht aber nichts dagegen.

Ähnlich steht es um den Weihnachtsmarkt, der nach vielen Jahren wieder in Sigmaringen stattfindet, und zwar auf dem Karlsplatz. Federführend dahinter steht der SV Sigmaringen, in Kooperation mit der Stadt. Sogar 1000 Tassen mit aufgedrucktem Stadtbild sind vorbereitet. Wichtig ist dem Verein, dass Vielfalt auf dem Markt herrscht und es gleichzeitig jede Menge weihnachtliches Kunsthandwerk gibt.

Das Konzept geht auf: Zahlreiche Besucher kommen auf den Markt. Die 1000 Tassen sind am Samstag fast ausgegeben. Entsprechend plant der SV, den Weihnachtsmarkt auch 2020 zu veranstalten, wieder auf dem Karlsplatz. Ideen, wie sich der Markt noch weiter aufwerten lässt, gibt es jedenfalls schon.

Eintracht Frankfurt gewinnt Silphienergie-Cup

mac/Foto: Warnack
mac/Foto: Warnack
OSTRACH - Die U17 des Fußball- Bundesligisten Eintracht Frankfurt gewinnt das erstmals als Silphienergie-Cup ausgetragene, internationale Juniorenfußballturnier des FC Ostrach, das lange Jahre als Yokohama-Cup firmierte. Die Hessen besiegen im Finale Desportivo Brasil mit 6:4 nach Elfmeterschießen. Zum Leidwesen der Veranstalter herrscht während des Turniers im Jubiläumsjahr des FC Ostrach schlechtes Wetter.
  

Hospiz kommt

SIGMARINGEN - Das Hospiz für den Landkreis Sigmaringen und den Zollernalbkreis mit acht Plätzen nimmt konkretere Formen an. Es wird auf einem Grundstück in Sigmaringen bei der Kirche St. Fidelis errichtet. Die Stiftung des vor zwei Jahren verstorbenen Politikers und Unternehmers Hermann Schwörer wird den Bau finanzieren.
   

Parkgebühren an „Krauchenwieser Küste“

Nach Schwierigkeiten zu Beginn läuft es im Ex-Strandbad gegen Ende der Saison ganz gut

Seit diesem Jahr fallen an der „Krauchenwieser Küste“ statt Eintrittsgebühren Parkgebühren an. Foto: Streich
Seit diesem Jahr fallen an der „Krauchenwieser Küste“ statt Eintrittsgebühren Parkgebühren an. Foto: Streich
Das Strandbad in Krauchenwies heißt seit Mai dieses Jahres „Krauchenwieser Küste“ und ist kein Strandbad mehr, sondern eine Badestelle. Die Besucher zahlen seitdem auch keinen Eintritt mehr, sondern sollen ein Parkticket für ihr Auto lösen. Das hat zu Beginn nicht ganz so gut funktioniert – inzwischen lösen aber rund 95 Prozent der Besucher ein Parkticket. Eine richtige Bilanz kann Pächterin Andrea Reutter aber nach dieser Saison noch nicht wirklich ziehen.

Von Mandy Streich

KRAUCHENWIES - Hintergrund für die Umstellung zu einer Badestelle war der Personalrückgang des DLRG in Krauchenwies, sodass im Strandbad keine Badeaufsicht mehr gewährleistet werden konnte. Laut Gesetz darf ohne Badeaufsicht aber auch kein Eintritt mehr verlangt werden. Pächterin Andrea Reutter hat mit den Kosten für Müll, Wasser und Putzpersonal aber trotzdem dieselben Ausgaben wie vor der Umstellung. Um diese Kosten zu decken, wurden Parkscheinautomaten auf dem Parkplatz der „Krauchenwieser Küste“ aufgestellt.

Tagesticket kostet fünf Euro

Ein Tagesticket für ein Auto kostet seitdem 5 Euro – ab 17 Uhr nur noch 2 Euro. Dabei ist es egal, wie viele Personen im Auto sitzen. Auch gibt es die Möglichkeit, am Kiosk mit einem Nachweis des aktuellen Kennzeichens eine Parksaisonkarte für 25 Euro zu erwerben.

Die Umstellung auf Parkgebühren hat zu Beginn für Probleme gesorgt. Die Pächterin selbst darf keine Strafzettel verteilen und die Gemeinde gab zu verstehen, dass sie zu klein sei, um jemanden zu schicken, der die Autos kontrolliert. So hat Reutter jeden der Gäste auf dessen Parkticket angesprochen.

Nach einer Weile habe sich dann auch Normalität eingespielt, sodass rund 95 Prozent der Besucher inzwischen ein Parkticket lösen, wie Reutter gegen Ende der Saison auf Nachfrage sagte. Ihr sei es wichtig, dass die Besucher ihr und ihrem Team Wertschätzung entgegenbringen. „Wir sorgen dafür, dass es immer sauber und ordentlich ist, außerdem sind Toilettengänge und Sonnenschirme kostenlos“, sagt Reutter.

Ein viel größeres Problem sei die fehlende Badeaufsicht. Dadurch seien die Besucher leichtsinniger geworden. Ab und zu habe sie deshalb während der Saison ihre Gäste selbst ermahnen müssen, wenn sie mit einer Bierflasche oder Ähnlichem ins Wasser gegangen seien. Sie wünsche sich deshalb eine weitere Person, die etwas den Überblick über die Badegäste behalten könne. Das müsse aber erst noch mit Bürgermeister Jochen Spieß abgeklärt werden.

Andrea Reutter kann am Ende der Saison noch keine richtige Bilanz ziehen.

„Ich weiß nicht, inwieweit man nach dieser Saison schon etwas über das Parksystem sagen kann, da das Sigmaringer Freibad jetzt das ganze Jahr geschlossen war“, sagt Reutter nachdenklich.
   

Millionenprojekte werfen Fragen auf

Gammertinger diskutieren über Pflegeheim und Stadthalle

Zu teuer: Weil die Kosten weiter ansteigen, soll die neue Stadt- und Kulturhalle in Gammertingen kleiner ausfallen. Illustration: Steimle Architekten
Zu teuer: Weil die Kosten weiter ansteigen, soll die neue Stadt- und Kulturhalle in Gammertingen kleiner ausfallen. Illustration: Steimle Architekten
Es sind zwei Dauerbrenner- Themen, die auch im Jahr 2019 die politische und gesellschaftliche Debatte in Gammertingen prägen: der geplante Neubau einer Stadtund Kulturhalle einerseits und die Zukunft des städtischen Pflegeheims St. Elisabeth andererseits. Trotz intensiver Diskussionen bleiben viele Fragen offen. Fest steht, dass die Stadt für beide Projekte tief in die Tasche greifen muss.

Von Sebastian Korinth

GAMMERTINGEN - Wenn CDU, Gleiches Recht für alle und Grüne/SPD/Unabhängige Bürger im Frühjahr in den Kommunalwahlkampf ziehen, will der Förderverein des städtischen Pflegeheims nicht tatenlos zusehen. Deshalb sorgen die Verantwortlichen gleich zu Beginn des Jahres für Wirbel: Mit einer Anzeigenkampagne in den Amtsblättern der Region, finanziert über die Spende eines Mitglieds, werben sie für ihre Interessen – und rufen dazu auf, mit Gemeinderäten und künftigen Kandidaten das Gespräch zu suchen.

Die Stadthalle soll schrumpfen

Der Verein fordert, das Heim in städtischer Trägerschaft zu belassen, auch um die Tarifbindung für die Beschäftigten zu sichern. Das Bestandsgebäude soll erhalten werden, der nötige Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft entstehen. Diesen beispielsweise auf dem Reiser-Stoll-Areal in der Innenstadt zu errichten, kommt für den Vereinsvorsitzenden Martin Hundt und seine Mitstreiter keinesfalls in Frage.

Widerspruch provoziert diese Haltung vor allem bei der Gemeinderatsfraktion „Gleiches Recht für alle“. „Ich will mir meine Entscheidung nicht von einem Förderverein diktieren lassen, sondern sie rational selbst treffen“, sagt Fraktionssprecher Wolfgang Lieb in einer Gemeinderatssitzung im Februar.

Und sein Nachfolger Stephan Binsch untermauert noch im November: „Es muss erlaubt sein, weiterhin über andere Standorte nachzudenken.“

Nach dem Wahlkampf, mehreren Gemeinderatssitzungen und Workshops zum Älterwerden in Gammertingen sind sich (fast) alle einig: Ein Neubau ist unumgänglich. Doch das war’s dann auch mit den Gemeinsamkeiten. Wo das neue Heim entstehen wird und was nach der Fertigstellung mit dem Bestandsgebäude passiert, bleibt weiter offen.

Nicht nur die Kritiker des Projekts haben auf diese Zahl lange gewartet. In der Gemeinderatssitzung im September wird sie bekannt gegeben: 12,7 Millionen Euro würde die neue Stadt- und Kulturhalle kosten, die auf dem Gelände der ehemaligen Textilfabrik Schey an der Sigmaringer Straße entstehen soll. Weil diese Summe allen Beteiligten zu hoch ist, soll die Halle kleiner ausfallen. Einsparpotenzial: rund 600000 Euro.

Einen Baubeschluss fasst der Gemeinderat im Jahr 2019 trotzdem nicht. Wegen eines neuen Lärmschutz-Gutachtens müssen Planer und Architekten ihre Entwürfe noch einmal überarbeiten. Erst wenn sie damit fertig sind, werden sich die Baukosten genauer beziffern lassen.